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Premierministerin Wilmès zur Maskenpflicht: "Die Geschäftsleute sollen nicht Polizei spielen!"

Nach Ansicht von Premierministerin Sophie Wilmès (MR - Foto) hat sich die belgische Bundesregierung gemeinsam mit den Ländern und Regionen und mit der GEES-Expertengruppe zur Corona-Exit-Strategie so schnell für die Einführung der Maskenpflicht in Geschäften, Warenhäusern und anderen Einrichtungen entschieden, weil sich rasch ein Konsens gefunden hatte, der am Donnerstagabend Einstimmigkeit fand. Warum also noch bis zum kommenden Mittwoch warten, wenn der Nationale Sicherheitsrat tagt?

„Die Gutachten waren einstimmig, also haben wir unmittelbar einen Beschluss gefasst. Wie sie wissen, warten wir immer auf ein Gutachten der Experten, bevor wir Maßnahmen ergreifen.“, so Premierministerin Wilmès am Freitag gegenüber VRT NWS.

Bisher war das Tragen von Mundschutzmasken, die auch die Nase bedecken müssen, von Fachleuten auch aus der GEES-Gruppe nur „dringend“ empfohlen worden, auch wenn die Virologen schon länger auf eine Verpflichtung gedrängt hatten. Am Donnerstag aber wurde diese Frage beschleunigt behandelt, als auch eine solche Instanz, wie der Hohe Gesundheitsrat eine Maskenpflicht forderte.

Geschäftsleute, Gewerkschaften, Einzelhandelsverbände und andere betroffene Bereiche begrüßen die am Samstag geltende Maskenpflicht. Endlich habe man Handlungssicherheit und man wisse schlicht und einfach, wo mal dran sei, so der allgemeine Tenor.

Die Mundmaskenpflicht wird auch in den Geschäften kontrolliert, so wie wir das bei jeder Maßnahme versuchen, die wir ergreifen. Aber, die Geschäftsleute sollen nicht Polizei spielen.“

Premierministerin Sophie Wilmès

Wilmès rechnet mit dem Verständnis der Bürger für diese Maskenpflicht. Umfragen hatten ja ergeben, dass sowieso eine Mehrheit der Belgier Fürsprecher einer solchen Verpflichtung sind: „Seit dem Beginn dieser Krise haben wir gesehen, dass die belgischen Bürger die Regeln einhalten. Ich erwarte heute nichts anderes. (…) Wir zählen auf den gesunden Menschenverstand.“

„Das Virus ist noch nicht weg“, warnt die Premierministerin: „Wir bleiben in einer schwierigen Lage, die wir tagtäglich beobachten müssen. Falls die Epidemie wieder aufflackert, müssen und werden wir neue Maßnahmen ergreifen.“

Wilmès weiß auch, dass Mundschutzmasken nicht der Weisheit letzter Schluss sind. Deshalb erinnerte sie am Freitag einmal mehr an die klassischen Coronaregeln: „Sicherheitsabstand weiter respektieren. Diese neue Maßnahme ist eine zusätzliche Maßnahme zu denen, die bereits gelten.“

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