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Corona und die Folgen: Belgiens Gastronomie braucht einen guten Sommer um nicht unterzugehen

Nach wochenlangem Lockdown sind die Restaurants, Cafés, Bars und Kneipen in Belgien seit dem 8. Juni wieder geöffnet, doch die hiesige Gastronomie kommt nur langsam wieder in Gang und es mag bezweifelt werden, ob alle betroffenen Unternehmen schadlos aus der Coronakrise herauskommen. Bisher ist erst knapp die Hälfte der eigentlich hier Beschäftigten wieder an der Arbeit, wie der Personaldienstleister SD Worx in einer Analyse herausgefunden hat.

Nach Ansicht der belgischen Gastronomen und des Personaldienstleisters SD Worx ist ein guter und erfolgreicher Sommer für diesen Sektor zwingend erforderlich. Andernfalls droht hier eine Pleitewelle mit zahlreichen Arbeitslosen.

HR-Dienstleister SD Worx analysierte die aktuellen Gehaltsangaben von rund 20.000 Beschäftigten in etwa 2.200 hiesigen Gastronomiebetrieben und fand dabei heraus, dass seit dem Ausbruch der Coronakrise, bzw. seit der Lockerung für die Cafés und Restaurants nur 48 % des ursprünglichen Personalbestandes tatsächlich wieder arbeiten geht. Dies betrifft konkret den Zeitraum 8. bis 30. Juni.

Wir müssen realistisch sein. Die Zahlen sehen gerade nicht besonders rosig aus, auch wenn sie sich in die richtige Richtung entwickeln.“

Steven Rosseel, SD Worx

Alles hängt von den Monaten Juli und August ab, doch Gastronomiebetreiber bezweifeln, dass es allen gelingen wird, die Coronakrise zu überleben.

Steven Rosseel von SD Worx sagte dazu gegenüber VRT NWS: „Wir hoffen, dass der Inlandstourismus einen Teil der wegbleibenden ausländischen Gäste auffangen kann. Aber wir müssen realistisch sein. Die Zahlen sehen gerade nicht besonders rosig aus, auch wenn sie sich in die richtige Richtung entwickeln.“

Wim Ballieu, Koch und Gastronom, beschäftigt in seinen sieben „Balls & Glory“-Lokalen rund 40 Mitarbeiter. Er suchte gegenüber VRT NWS nach einer Erklärung dafür, dass sich die Lokale in unserem Land nur zaghaft wieder füllen: „Es gibt mit Sicherheit viele, die wieder oft und gerne ins Restaurant gehen, auch wegen unserer Vorsorge in Sachen Hygiene und Abstandsregeln. Doch der klassische Vibe einer Stadt bleibt aus - wohnen, arbeiten, besuchen, Kultur, ausgehen - ist noch nicht wieder da…“ 

DIRK WAEM / Belga

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