ROBIN UTRECHT

Wieder ein leichter Anstieg der Corona-Infizierungen in Belgien

Das staatliche Gesundheitsamt Sciensano meldet erneut einen leichten Anstieg der Neu-Infizierungen mit dem Coronavirus in Belgien. Im Zeitraum 2. Juli bis 8. Juli haben sich täglich durchschnittlich 88 Personen mit Covid-19 angesteckt. Das entspricht einem Anstieg um 2,3 % gegenüber der Analyseperiode davor (25. Juni bis 1. Juli). Der Epidemiologe Pierre Van Damme (UAntwerpen) erinnert daran, dass Corona noch immer unter uns ist. 

Sciensano folgt der Entwicklung der Corona-Statistiken seit einigen Wochen im Wochenrhythmus, sprich im Vergleich der vergangenen 7 Tage. Hier wird seit vier Tagen ein leichter Anstieg der Infizierungen registriert. An diesem 12. Juli meldet das Gesundheitszentrum 137 neue Fälle, das die Gesamtzahl der Ansteckungen belgienweit seit Ausbruch der Epidemie auf 62.606 Personen bringt. Die meisten neuen Infizierungen werden in den Großräumen Antwerpen und Brüssel registriert.

Am 6. Juli wurden 98 neue Fälle gemeldet, am 7. Juli 113 und am 8. Juli 134. In den vergangenen 7 Tagen lag der Durchschnittswert der Infizierungen insgesamt bei 10,7 Fällen pro 100.000 Einwohnern. An Sonntagen und Montagen meldet Sciensano keine Zahlen zu den Krankenhausaufnahmen von Corona-Patienten oder zu den aktuellen Sterbefällen. Im Krankenhaus werden derzeit 143 Covid-19-Patienten behandelt, 32 davon auf Intensivstationen. 

Das Virus ist immer noch in unserer Gesellschaft und sucht alle Möglichkeiten, um mehr Menschen zu infizieren.“

Epidemiologe Pierre Van Damme (Universität Antwerpen)

Der Antwerpener Epidemiologe Pierre Van Damme (Foto unten) sagte dazu gegenüber VRT NWS, dass das Virus eindeutig noch da ist und hinter jeder Ecke lauert: „Wir haben schon seit einigen Tagen durchschnittlich 86 bis 88 Fälle pro Tag. Das weist doch darauf hin, dass das Virus noch immer in unserer Gesellschaft ist und alle Möglichkeiten sucht, um mehr Menschen zu infizieren.“ Jetzt gelte es herauszufinden, woher die jüngsten Anstiege kommen, so Van Damme.

Klar sei, dass sich mehr Leute zwischen 20 und 50 Jahren anstecken: „Wir kennen die Details noch nicht. Über Kontaktverfolgung müssen wir erfahren, was diese Leute gemeinsam haben. Handelt es sich um das Ausgangsleben? Um Menschenansammlungen? Oder um einen Ausbruch in einem Unternehmen? Wir wissen auch, dass einige Fälle innerhalb der jüdischen Gemeinschaft in Antwerpen aufgetreten sind. Das waren Leute, die in Israel bei einer Hochzeit waren. Dort flackert das Virus wieder auf.“ 

Pierre Van Damme

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