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Belgiens Nationaler Sicherheitsrat beschließt noch keine neuen Corona-Lockerungen

Der Nationale Sicherheitsrat hat bei seiner Sitzung an diesem Mittwoch auf weitere Lockerungen im Hinblick auf den 1. August vorerst verzichtet. Der Grund ist die seit 7 Tagen wieder leicht ansteigende Zahl der Infizierungen mit dem Coronavirus Covid-19. Man werde sich am Donnerstag der kommenden Woche wieder treffen, hieß es dazu und dann kurzfristig beschließen, ob es zu weiteren Lockerungen kommen kann oder nicht. Auch Rücknahme von bisher geltenden Lockerungen seien möglich, verlautete dazu.

Was hat der Nationale Sicherheitsrat am Mittwoch denn beschlossen? Erst einmal sind alle Beschlüsse zu möglichen Lockerungen im Rahmen von Phase 5 der Lockerungen ab dem 1. August auf die nächste Sitzung, die für kommenden Donnerstag angesetzt ist, verschoben worden.

Premierministerin Sophie Wilmès (MR - Foto oben) erläuterte diesen Entschluss wie folgt: „Seit Anfang des Monats ist ein Aufflackern des Virus zu erkennen. Phase 5 ist vorbereitet und soll am 1. August in Kraft treten. Der R-Wert (der Reproduktionswert, bzw. der Wert der möglichen Ansteckungen durch eine Person liegt derzeit in Belgien bei 1,1. Das bedeutet, dass ein Infizierter mehr als eine weitere Person infizieren kann (Red.)) liegt wieder über 1. Das ist nicht gut. Die Situation darf ,nicht schlimmer werden. Wenn der Trend nicht besser wird, gehen wir nicht zur Phase 5 über. Wir sind auch bereit dazu, in Zukunft strengere Maßnahme zu ergreifen, falls dies erforderlich wird. Vieles dabei hat mit unserem Verhalten zu tun.“

Es ist wichtig, dass sich jeder, auch im Ausland, an alle geltenden Regeln hält - für die Rückkehr aber auch während der Reise selbst. Das Virus verhält sich im Ausland nicht anders als hier.“

Premierministerin Sophie Wilmès

Wilmès ging auch auf das Problem von Urlaubern ein, die aus möglichen Risikogebieten zurückkommen: „Wir haben dazu Farbcode („rot“ für Hochrisiko-Gebiete, für die Reisewarnungen gelten, „orange“ für Risikogebiete, die weniger stark betroffen sind und „grün“ für Regionen, die unbedenklich sind (Red.)) erlassen. Es ist wichtig, dass sich jeder, auch im Ausland, an alle geltenden Regeln hält - für die Rückkehr aber auch während der Reise selbst. Das Virus verhält sich im Ausland nicht anders als hier.“

Die Premierministerin sprach bei der Pressekonferenz nach der Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates auch über den möglichen Ausbruch einer zweiten Viruswelle: „Die beste Art und Weise, uns auf eine zweite Welle vorzubereiten ist die, sie zu vermeiden. Doch das Belgien von heute ist nicht mehr das Belgien im Februar. In einigen Monaten der Krise haben wir eine beeindruckende Expertise aufgebaut.“ Virologen aber gehen davon aus, dass ein steigender R-Wert, der über 1 liegt, Vorbote einer zweiten Welle ist. Sie warnen bei aller inzwischen angesammelter Expertise zum Umgang mit Covid-19 z.B. davor, dass das System der Kontakt-Verfolgung noch nicht ausreichend funktioniert. 

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