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Brussels Airlines verschiebt in der Not die geplante Ausweitung des Flugprogramms

Die belgische Fluggesellschaft Brussels Airlines verzichtet vorerst darauf, das für August geplante Erweitern des Flugprogramms durchzuführen. Das hat in erster Linie wirtschaftliche Gründe, weil die Verhandlungen mit der Bundesregierung in Sachen finanzieller Unterstützung noch zu keinem Resultat geführt haben.

Nach eigenen Angaben muss Brussels Airlines auf mehr Flüge und auf das Vorbereiten von zusätzlichen Flugzeugen aus langer Wartezeit am Boden vorläufig verzichten, weil so langsam das Geld ausgeht. 

Die Verhandlungen über ein Rettungspaket mit der belgischen Bundesregierung haben bisher noch zu keinem Resultat geführt. Brussels Airlines, eine 100%ige Tochter der deutschen Fluggesellschaft Lufthansa, braucht eine Finanzspritze von mindestens 290 Mio. €, um die Coronakrise überleben zu können.

Vor genau einem Monat, am 15. Juni, hatte Brussels Airlines nach einer dreimonatigen Zwangspause wieder den Flugbetrieb aufgenommen und dies mit dem Ziel, Schritt für Schritt mehr Flugziele anzubieten und mehr Maschinen einzusetzen. Doch die Gespräche zwischen der Fluggesellschaft, der belgischen Regierung und mit Lufthansa ziehen sich hin, was Brussels Airlines an die Substanz geht.

Überleben auf schmalem Grad

Die belgische Fluggesellschaft überlebt derzeit noch, weil Lieferanten und auch die Besitzer von Flugzeugen derzeit die Bezahlung von Rechnungen, Miet- und Leasinggebühren und anderes gestundet haben und weil ein Großteil der aus rund 4.200 Mitarbeitern bestehende Belegschaft in Kurzarbeit ist.

Garantien nicht gegen leere Versprechen

Die belgische Regierung will Brussels Airlines retten und im Parlament ist entsprechenden Finanzmitteln längst zugestimmt worden. Doch Belgien verlangt von der BA-Mutter Lufthansa Garantien z.B. in Sachen Wachstum und Beschäftigung, doch beide Parteien vertreten dazu offenbar grundsätzlich entgegengesetzte Standpunkte.

Die Lufthansa pocht auf Rentabilität bei ihrer belgischen Tochter und hat Probleme damit, nur auf Basis von Versprechungen von belgischer Seite her Garantien zu geben, die nachher wirtschaftlich gesehen, nicht eingehalten werden können. Die einzigen Garantien, die die Lufthansa derzeit geben kann, ist die, dass Brussels Airport, der Hauptkunde von Brussels Airlines, im LH-Netz ein wichtiger Standort (Hub) bleibt und dass die Position der belgischen Gesellschaft innerhalb der eigenen Gruppe nicht schwächer werden wird.  

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