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Corona in Belgien: Wieder mehr Infizierungen, R-Wert über 1, 18-Jährige an Covid-19 gestorben

Auch an diesem Montag meldet das belgische Gesundheitsamt Sciensano wieder steigende Zahlen bei Infizierungen mit dem Coronavirus Covid-19. Allerdings steigt der Wert nicht so deutlich, wie in den vergangenen Tagen. Sciensano vergleicht die Corona-Werte statistisch gesehen seit einiger Zeit im Wochen- bzw. im 7-Tage-Rhythmus.

Im vergangenen Analysezeitraum 5. bis 12. Juli stieg die durchschnittliche Zahl der Infizierungen mit dem Virus um 4 %. Das bedeutet 92 Ansteckungen pro Tag. Damit steigt dieser Wert nun schon 7 Tage lang wieder an, was die Behörden hierzulande besorgt beobachten. Allerdings stieg der Wert nicht so schnell, wie im Durchschnittswert von Dienstag, als die Statistik um 11 % gestiegenen war - 95 Infizierungen pro Tag.

Auch jetzt wieder wurden die meisten neuen Infizierungen in den Provinzen Antwerpen, Limburg und Lüttich registriert und dort vor allem in den Ballungsräumen. Und auch die Personengruppe, die am meisten betroffen ist, bleibt die gleiche: Menschen zwischen 20 und 59 Jahren. Insgesamt haben sich bis heute belgienweit 62.872 Personen mit Covid-19 infiziert.

In den vergangenen 7 Tagen wurden pro Tag durchschnittlich 10 Infizierte in Krankenhäuser eingeliefert, 7 % weniger als am Vortag registriert wurde. Am Dienstag lagen 147 Corona-Patienten in Krankenhäusern, 27 davon auf Intensivstationen. Die Zahl der täglichen Sterbefälle geht auf durchschnittlich 2 pro Tag zurück. Inzwischen sind in unserem Land 9.788 Coronapatienten an dieser Krankheit gestorben.

Junge Frau aus Brüssel an den Folgen von Corona gestorben

Darunter ist auch ein 18-jähriges Mädchen aus Brüssel. Dabei handelt es sich in Belgien erst um das zweite Corona-Todesopfer in der Alterskategorie unter 24 Jahren. Im März war ein 12 Jahre altes Mädchen aus am Coronavirus getorben. Die junge Frau aus Brüssel hatte bereits andere gesundheitliche Probleme, bevor sie sich mit Covid-19 infizierte.

Maßnahmen weiter befolgen!

Inzwischen haben Wissenschaftler und Mediziner auch in Belgien festgestellt, dass Personen, die vor Monaten positiv auf Covid-19 getestet wurden, auch Monate danach noch positive Testresultate vorweisen können. Das bedeutet aber nicht, das sie zwangsläufig auch noch nach so langer Zeit das Virus weitergeben können.

Sciensano bemerkt zu der aktuellen Entwicklung, dass die Zahl der Klinikaufnahmen und der Sterbefälle kontinuierlich abnehmen, doch die leicht steigende Zahl der neuen Infizierungen müsse im Auge behalten werden, um eine zweite Welle vermeiden zu können: „In dieser Phase ist es wichtig, die Maßnahmen weiter zu befolgen um den Anstieg wieder zu bremsen.“

Kritiker sind der Ansicht, dass die Lockerungen von den Menschen im Land zu sehr auf die leichte Schulter genommen werden und dass eine zweite Coronawelle drohe. Und auf diese sei unser Land nur unzureichend vorbereitet.

R-Wert wieder über 1 gestiegen

Der sogenannte R-Wert, der Reproduktionswert, bzw. der Wert der Zahl der möglichen Ansteckungen durch eine Person, liegt derzeit in Belgien bei 1,1. Das bedeutet, dass ein Infizierter mehr als eine weitere Person infizieren kann. In den vergangenen Wochen lag dieser Wert in unserem Land fast konstant bei 0,87. Lange hatte man gehofft, dass dieser Wert mindestens unter der magischen 1 bleibt.

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