Ab 2022 werden Integrationskurse in Flandern strenger und kostenpflichtig

Die flämische Regierung hat beschlossen, die Integrationskurse für Ausländer ab 2022 individuell auf die Kandidaten zuzuschneiden und diese kostenpflichtig zu machen. Bislang sind Integrationskurse kostenlos und haben allgemeine Inhalte, die die Integration der Zugezogenen in die flämische Gesellschaft fördern sollen. 

Ab Januar 2022 müssen Neuankömmlinge eine Erklärung über die Werte der Aufklärung und ihre Rechte und Pflichten unterzeichnen. Integrationskursteilnehmer unterliegen dann nicht mehr dem Einsatz von Mitteln, sondern Erfolg geschuldet.

Der zuständige Minister, Bart Somers von Open VLD, hat einen Staatsbürgerschaftstest geplant, bei dem die Kenntnisse der niederländischen Sprache, der flämischen Gesellschaft und die wirtschaftliche Selbstständigkeit geprüft werden. Auch eine Patenschaft oder ein Praktikum bei der Gemeinde, einer Vereinigung oder einem Unternehmen gehören zu diesem Parcours.

180 Euro und Registrierung beim flämischen Arbeitsamt

Für den Integrationsparcours zahlt der Teilnehmer zwei Mal 90 Euro. Er muss sich auch beim Arbeitsamt eintragen und den Niederländischkurs mit einer Arbeit oder anderen Schulungen kombinieren: „Eine echte Eingliederung in die Gesellschaft gelingt nicht in einer Unterrichtsklasse, sondern über einen Arbeitsplatz oder die Teilnahme an der Gesellschaft“, so Somers: „Nicht jeder braucht dieselbe Art von Begleitung. Deswegen erhalten die Kandidaten ab 2022 einen individuellen Begleitplan, der den Werdegang jedes Einzelnen, seine Kompetenzen, Erfahrungen und Wünsche für die Zukunft berücksichtigt.“

Die Eintragung beim Arbeitsamt wird vorgezogen und gilt bereits 2021 für Ausländer, die sich in Flandern niederlassen wollen.

ROBIN UTRECHT

Meist gelesen auf VRT Nachrichten