Krankenhäuser bereiten sich auf eine zweite Welle vor und Biostatistiker befürchtet, dass gewisse Lockerungen zurückgedreht werden müssen

Nachdem die Zahl der Neuinfektionen in Belgien binnen einer Woche um 30 Prozent gestiegen ist, bereiten sich Krankenhäuser auf mehr Einweisungen von Corona-Patienten vor. Die Notpläne liegen parat, die Patienten brauchen sich keine Sorgen zu machen, heißt es. Gleichzeitig befürchtet Biostatistiker Geert Molenberghs, dass Lockerungen (Öffnung von Restaurants und Gaststätten) wieder rückgängig gemacht werden müssen.

Die belgischen Behörden haben die Krankenhausleitungen bereits aufgefordert, die Bettenanzahl und das Personal zu erhöhen. Wegen der Ausrüstung und Aufnahmekapazität machen sich die Krankenhäuser keine Sorge. Eher fürchten sie die Anforderungen an das Pflegepersonal: Die zweite Infektionswelle scheint früher als gedacht hereinzubrechen und ein Teil des Krankenhauspersonals ist zurzeit im wohlverdienten Urlaub. Dadurch kann das Gesundheitssystem unter Druck geraten.

Sich mental auf eine erneute Einschränkung der Normalität gefasst machen

Biostatistiker Geert Molenberghs warnt die Behörden, zu viel Zeit zu verlieren, um die zweite Infektionswelle in den Griff zu bekommen.

Die Entwicklung eines effizienten Kontakt-Tracings, die Kontrolle lokaler Infektionsketten und die Einschränkung der jüngsten Lockerungen (erneute Schließung der Restaurants und Gaststätten), stehen für den Biostatistiker obenan.

Noch will Molenberghs sich nicht hundertprozentig festlegen, ob es sich nur um eine Aufflackerung oder eine zweite Welle handelt: „Am Anfang glaubt man immer, dass noch alles glimpflich abläuft, aber plötzlich schießen die Neuinfektionen in die Höhe.“

"Wir müssen sehr schnell handeln“, sagt der an der KULeuven und UHasselt dozierende Professor: „Wenn ich höre, dass eine tiefer gehende Kontaktnachverfolgung erst Anfang August geplant ist, sind wir viel zu spät dran. Die Feuerwehr muss jetzt ausrücken und anfangen zu löschen.“

Biostatistiker Geert Molenberghs warnt die Behörden, zu viel Zeit zu verlieren, um die zweite Infektionswelle in den Griff zu bekommen.

Die Entwicklung eines effizienten Kontakt-Tracings und die Kontrolle lokaler Infektionsherde sowie die Einschränkung der jüngsten Lockerungen, eventuell die erneute Schließung der Restaurants und Gaststätten, stehen für den Biostatistiker oben auf der Liste.

Noch will Molenberghs sich nicht hundertprozentig festlegen, ob es sich nur um eine Aufflackerung oder eine zweite Welle handelt: „Am Anfang glaubt man immer, dass noch alles glimpflich abläuft, aber plötzlich schießen die Neuinfektionen in die Höhe.“

‚Wir müssen sehr schnell eingreifen“, sagt der an der KULeuven und UHasselt dozierende Professor: „Wenn ich höre, dass eine tiefer gehende Kontaktnachverfolgung erst Anfang August möglich ist, sind wir viel zu spät dran. Die Feuerwehr muss ausrücken und anfangen zu löschen.“

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