Im Schnitt 184 neue Corona-Infektionen pro Tag und Krankenhausaufnahmen steigen weiter

Zwischen dem 12. und 18. Juli lag die durchschnittliche Zahl der Neuinfektionen pro Tag bei 184 Fällen. Der Durchschnittswert der mit dem Covid-19-Virus neu Infizierten steigt damit zum 14. Tag in Folge.

Den Erhebungen der Volksgesundheitsbehörde Sciensano zufolge hat die durchschnittliche Anzahl neuer Corona-Infektionen pro Tag um 89 Prozent im Vergleich zur vorangegangenen Periode (5.-11. Juli) zugenommen. Gestern war noch ein durchschnittlicher Anstieg von 79 % (11.-17. Juli) ermittelt worden.

Insgesamt wurden bislang 64.258 Infektionen mit dem Corona-Virus in Belgien registriert.

Auch die Zahl der Krankenhausaufnahmen und Einweisungen auf die Intensivstationen befindet sich wieder im Aufwärtstrend. Zwischen dem 15. und 21. Juli wurden im Schnitt pro Tag 12 Krankenhausaufnahmen gemeldet, ein leichter Anstieg im Vergleich zur Vorwoche. Am 21. Juli befanden sich 178 Patienten mit einer Covid-19-Infektion im Krankenhaus. Dienstag vor einer Woche wurden 147 Infizierte stationär behandelt. 35 Patienten lagen am 21. Juli auf einer Intensivstation. Eine Woche zuvor waren "nur" 27 Betten auf den Intensivstationen mit Covid-19-Patienten belegt.

In der Woche vom 12. bis 18. Juli wurden durchschnittlich 3 Todesfälle  nach einer Corona-Virusinfektion registriert. Auch hier wird ein leichter Anstieg im Vergleich zur Vorwoche beobachtet.

Der Reproduktionsindex liegt zurzeit bei 1,1: Das bedeutet, dass 10 Corona-Patienten im Durchschnitt 11 Personen anstecken und dass die Anzahl der Neuinfektionen rapide ansteigt.

Auch auf der Website der Behörde sind die jüngsten Statistiken über Ansteckungen, Sterbefälle und Krankenhauseinlieferungen zu lesen.

Virologe Van Ranst: Urlaubsbeginn und Nachlässigkeit verursachen Anstieg

Das Aufflackern der Infektionen mit dem Corona-Virus ist auf den Beginn der Ferien und die schwindende Einhaltung der Gesundheitsschutzmaßnahmen zurückzuführen, sagt Virologe Marc Van Ranst. In den VRT-Nachrichten betonte Van Ranst, dass eine zweite Coronavirus-Welle nur gestoppt werden könne, wenn die Behörden und Bürger sofort eingreifen und handeln würden. Seit dem Beginn der Lockerungen, Anfang Juni, war die Zahl der Neuinfektionen zunächst weiter gesunken.

Inzwischen stellen die Gesundheitsbehörden aber einen erneuten Anstieg der Werte und insbesondere lokale Infektionsherde fest. Van Ranst plädiert für lokale Verschärfungen der Maßnahmen, um eine zweite Infektionswelle zu vermeiden. 

Nationaler Sicherheitsrat plant Verschärfungen

Der für Donnerstag geplante Nationale Sicherheitsrat wird eine Reihe von Verschärfungen der Gesundheitsschutzmaßnahmen verhängen: Davon gehen Beobachter der Gesundheitssituation aus.

Maskenpflicht in der Öffentlichkeit, Arbeiten im Homeoffice, Ausgangssperren eventuell für eine bestimmte Ortschaft oder Quarantäne für ein Viertel werden in Betracht gezogen. Für die Bürgermeister wurde ein Maßnahmenkatalog ausgearbeitet, falls Infektionsherde auf lokaler Ebene identifiziert werden. 

Meist gelesen auf VRT Nachrichten