Tom Cornille

Keine 5. Lockerungsphase: Drama für Veranstalter

Weil die Corona-Epidemie erneut aufflackert, werden derzeit keine weiteren Lockerungen in Aussicht gestellt. Das wurde am Dienstag auf dem Konzertierungsausschuss von Bund, Ländern und Gesundheitsexperten beschlossen. Für die Veranstaltungsbranche ist diese Entscheidung dramatisch, so ihr Sprecher Bruno Schaubroeck.

Nach der allmählichen Lockerung des Lockdowns sind in Belgien wieder Veranstaltungen von bis zu 200 Personen (drinnen) und 400 Personen (draußen) zugelassen. Die Veranstaltungsbranche hatte ungeduldig auf neue Vorgaben gewartet, um ab dem 1. August erneut Events mit der doppelten Anzahl Teilnehmer organisieren zu können.

Dass ihnen diese Perspektive jetzt genommen wurde, bezeichnet der Sprecher der Veranstaltungsbranche als dramatisch. Bruno Schaubroeck: "Wir hatten schon viele Anstrengungen unternommen, um die Gesundheitskrise zu bewältigen, aber jetzt können die Veranstalter es nicht mehr alleine schaffen.“

Drei Quartale ins Wasser gefallen

Schaubroeck erwartet, dass der Staat den Veranstaltern jetzt finanziell unter die Arme greift: „Wir haben jetzt bereits drei Quartale nichts verdient: Frühjahr, Sommer und Herbst. Wir werden ein Jahr lang nicht gearbeitet haben. Wir brauchen jetzt eine konkrete wirtschaftliche und finanzielle Unterstützung.

Lotto Arena in Antwerpen
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CEO Sportpaleis in Antwerpen nennt Behördenentscheidungen „leichtsinnig“

Der Leiter der Megahalle Sportpaleis in Antwerpen, Jan Van Esbroeck, sorgt sich insbesondere um den Fortbestand kleinerer Hallen, die das Unternehmen betreibt. „Für den Sportpaleis in Antwerpen macht diese Entscheidung, nicht so viel aus, da die Publikumsmagneten ohnehin warten, bis die Pandemie in Europa unter Kontrolle ist, bevor sie wieder auf Tournee gehen. Aber damit haben die kleineren Hallen jetzt auch keine Perspektive mehr.“

Als Betreiber der Lotto-Arena hatte das Unternehmen die erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen für Veranstaltungen von bis zu 800 Personen getroffen und eine Ausnahme für noch größere Veranstaltungen, z. B. für bestimmte Sportevents wie Tennisturniere oder Baskettballspiele, angefragt. Diese Hoffnung hat sich aber jetzt zerschlagen.

Van Esbroeck spart nicht mit Kritik an den Behörden, die bei der Bekämpfung der Corona-Epidemie „leichtsinnig“ entschieden hätten. Die Corona-Tracing-App hätte bereits am 8. Juni, als Cafés und Restaurants erneut öffnen durften, funktionieren müssen: „Es war auch nicht Aufgabe der Gaststättenbetreiber, eine „crowdcontrol“ durchzuführen. Ihnen diese Verantwortung zu überlassen, war leichtsinnig“.

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