Sciensano: Diese Woche wird für den weiteren Verlauf der Corona-Epidemie entscheidend sein

Die Volksgesundheitsbehörde Sciensano warnt die Bevölkerung insbesondere vor Menschenansammlungen in Innenräumen: Feiern und Familienbesuche sind zu vermeiden. Der auf 15 Menschen ausgedehnte Kontaktkreis wird viel zu locker aufgefasst, bemängelt Virologe Boudewijn Catry von Sciensano.

Catry beruft sich auf eine Beobachtung der Gesundheitsinspektoren: Infektionsherde werden derzeit vor allem in Innenräumen identfiziert und entstehen anlässlich von Familienfeiern und anderen Zusammenkünften. „Eine Aktivität, bei der man länger als höchstens 15 Minuten zusammen drinnen bleibt, stellt ein Risiko dar.  Es können  sogenannte Superverbreiter anwesend sein, die eine sehr hohe Anzahl von Organismen mit einem viralen Krankheitserreger anstecken können."

Darüber hinaus halten die Bürger sich nicht an den Kontaktkreis von höchstens 15 Personen, bemängelt Catry, der auch die Notwendigkeit einer gründlichen Handhygiene unterstrich. 

Aufflackern oder zweite Welle?

Der Gesundheitsexperte hält mehrere Entwicklungen für möglich: Entweder handelt es sich um ein kurzes Aufflackern oder um einen größeren Anstieg der Infektionsfälle. In sehr seltenen Fällen kann diese Entwicklung der ersten Epidemiewelle entsprechen, aber das wäre sehr außergewöhnlich.

„Zurzeit befinden wir uns in der Phase lokaler Infektionsketten. In dieser Woche wird sich entscheiden, ob das Virus auf die gesamte Gemeinschaft übergeht. Jeder sollte alles tun, um diese Ausbreitung zu verhindern.“

Die Kombination des Einsatzes von Hausärzten und Bürgermeistern, um lokale Infektionsketten zu identifizieren und einzugrenzen, mit der Nutzung von Tracing-Apps und einer strengeren Einhaltung der Gesundheitsvorschriften sollte die Verbreitung des Virus aufhalten können, so die Hoffnung des Gesundheitsexperten von Sciensano.

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