Professor Herman Goossens: "Wir steuern auf eine Katastrophe zu"

Der Mikrobiologe Herman Goossens (Foto) hat sich anderen Experten angeschlossen und verurteilt das ihrer Meinung nach fehlende entschlossene Handeln des Sicherheitsrates des Landes zur Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus in Belgien.  Der Antwerpener Wissenschaftler warnt davor, dass wir auf eine Katastrophe zusteuern, wenn nicht rasch wirksame Maßnahmen ergriffen werden.

"Wir sind alle sehr besorgt über das, was in der vergangenen Woche passiert ist, nämliche ein spektakulärer Anstieg der Infektionen.  Die vom Sicherheitsrat eingeführten neuen Maßnahmen sind zu weich und unzureichend".

Prof. Goossens begrüßt die Tatsache, dass kommunale Behörden lokale Maßnahmen ergreifen können, ist aber besorgt, dass die Menschen vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sehen, wenn in verschiedenen Gemeinden unterschiedliche Maßnahmen gelten. Eine neue Sitzung des Sicherheitsrates, in dem die belgische Bundesregierung und verschiedenen Landesregierungen  vertreten sind, ist für nächsten Freitag geplant, aber das ist ziemlich spät, findet Prof. Goossens : "Das kann nicht schnell genug geschehen.  Jeder Tag, den man wartet, ist einer zu viel.  Die ergriffenen Maßnahmen gehen nicht weit genug.  Alle Experten sind sich da einig."

Prof. Goossens fordert eine verbesserte Rückverfolgung von Coroana-Kontakten, den Einsatz von Influenzern, um bestimmte Gemeinschaften zu erreichen, lokale Sperren und eine Umkehrung einiger Lockerungen.  

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