Strengere Corona-Regeln: Nationaler Sicherheitsrat tagt nicht erst Freitag sondern schon Montag

Der Nationale Sicherheitsrat wird am Montag, früher als geplant, tagen. Normalerweise hätte der Sicherheitsrat nicht vor Freitag stattfinden sollen. "Zweck: zu prüfen, ob zusätzliche nationale Maßnahmen ergriffen werden sollten", so Premierministerin Sophie Wilmès (MR, Foto). Dies kann durchaus als Konsequenz der harschen Kritik vieler Experten an den Beschlüssen des Nationalen Sicherheitsrat vom vergangenen Donnerstag interpretiert werden.

Der Nationale Sicherheitsrat wird schon am kommenden Montag tagen, kündigte Belgiens Premierministerin Sophie Wilmès (MR) am Samstag auf Twitter an. Das Treffen wird auf der Grundlage eines neuen Berichts der Pandemie-Bewertungszelle mit dem Ziel abgehalten, zusätzliche nationale Maßnahmen in Betracht zu ziehen.

"Ein starker lokaler Ansatz ist auch für die am stärksten betroffenen Gebiete von grundlegender Bedeutung", sagte sie. Zuvor hatte Gesundheitsministerin Maggie De Block (Open VLD) den Wunsch geäußert, dass der nächste Nationale Sicherheitsrat früher als am kommenden Freitag zusammentritt.

Anders als erst angekündigt, wurde am vergangenen Donnerstag keine weitere Lockerung der Corona-Richtlinien beschlossen, eher das Gegenteil. Der Grund: seit fast zwei Wochen steigen die Corona-Neuinfektionen wieder deutlich an.  Experten kritisierten in den Medien die getroffenen Entscheidungen als zu spät und nicht ausreichend, um eine zweite Welle der Pandemie in den Griff zu bekommen. 

Welche Maßnahmen gelten seit dem heutigen Samstag?

  • Die Maskenpflicht wird auf stark frequentierte öffentliche Orte ausgedehnt. Auf Märkten und Flohmärkten, in öffentlichen Bereichen, in denen sich viele Menschen aufhalten und wo keine Sicherheitsabstände eingehalten werden können, wie z.B. in Einkaufsstraßen, Verwaltungsgebäuden und Gastronomiebetrieben, sind Mundmasken vorgeschrieben, solange man nicht am Tisch sitzt.
  • Viele Gemeinden haben in öffentlichen Räumen Bereiche definiert, in denen das Tragen von Masken vorgeschrieben ist. Kunden von Kneipen und Restaurants werden systematisch aufgefordert, ihre Kontaktdaten (Telefonnummer oder E-Mail-Adresse) zu hinterlassen, damit sie kontaktiert werden können, sobald sich in der Gaststätte jemand aufhielt, der sich mit Covid-19 infiziert hatte.
  • Außerdem werden die Ladenschlusszeiten für Nachtläden auf 22:00 Uhr anstatt wie bisher auf 01:00 Uhr vorverlegt. Der Gebrauch von Wasserpfeifen, individuell oder kollektiv, ist von nun an öffentlich zugänglichen Orten, einschließlich der Shishas-Bars, verboten.
  • Die lokalen Behörden können auch spezifische Maßnahmen ergreifen, wenn nötig auch einen lokal begrenzten Lockdown.
  • Was das Reisen betrifft, so muss ab dem 1. August bei der Rückkehr aus dem Ausland ein Formular online ausgefüllt werden, auch zu Zwecken der Nachverfolgung.
  • Die Kontakt-Blase von 15 Personen pro Woche bleibt vorerst aktuell. Einige Experten sind der Meinung, dass sie auf zehn hätte reduziert werden müssen.

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