"Das Haus brennt. Wir müssen Antwerpen von der Außenwelt abriegeln."

Eine vollständige Abriegelung Antwerpens ist momentan die einzige Option, findet der Professor für Allgemeinmedizin, Dirk Devroey (Flämische Freie Universität Brüssel - VUB). In einem Twitter-Post behauptet der Wissenschaftler, dass dies in anderen Ländern schon lange der Fall gewesen wäre.

Prof. Devroey schlägt vor, die Einwohner von Antwerpen daran zu hindern, noch die Wohnung zu verlassen. Es dürfe ihnen nur noch erlaubt sein, Lebensmittel einzukaufen und zum Arzt zu gehen.  55% der neuen Coronavirus-Fälle treten momentan im Großraum Antwerpen auf. "Wir müssen die Menschen bitten, zu Hause zu bleiben.  Das Haus brennt."

Der Brüsseler Akademiker ist der Meinung, dass eine Entscheidung zur Abriegelung von Antwerpen schon früher hätte getroffen werden müssen, und fragt sich nun, warum dies noch nicht geschehen ist: "Welcher politische Entscheidungsträger ist mutig genug, diese Entscheidung zu treffen?"

Welcher politische Entscheidungsträger ist mutig genug, diese Entscheidung zu treffen?

"Die Infektionsquelle weitet sich aus.  Schlussendlich muss ganz Flandern oder sogar Belgien wieder in den Lockdown.  Gegenwärtig liegt die Infektionsrate in Flandern bei 22 Infektionen pro 100.000 Einwohner.  In Brüssel sind es 13, in Wallonien sind es 11.  Bei der letzten Zählung gab es in Flandern 421 Infektionen pro Tag, davon 285 im Bezirk Antwerpen, 46 in Brüssel und 43 in Wallonien.  Wenn wir diese Botschaft nicht rüberbringen, wenn die politischen Entscheidungsträger nicht eingreifen, droht ein umfassender Lockdown".

Prof. Devroey weist auch auf die menschlichen Opfer einer weiteren Untätigkeit hin, sowie auf die Beschädigung des Ansehens Belgiens im Ausland, wenn sich die jetzige Unentschlossenheit weiter durchsetze.

In der Zwischenzeit hat Bart De Wever, der Bürgermeister von Antwerpen beschlossen, dass jeder ab 12 Jahren ab Montag im Besitz einer Mundmaske sein muss und diese an belebten Orten auch trägt.  Eine Verpflichtung, überall einen Gesichtsschutz zu tragen, wird derzeit aber noch nicht eingeführt. De Wever ist demnach bestrebt, absurde Situationen an Orten und zu Zeiten zu vermeiden, in denen der Sicherheitsabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann.

Meist gelesen auf VRT Nachrichten