Janssen Pharmaceutica testet potentiellen Impfstoff gegen Coronavirus am Menschen

Wie erhofft, hat das Pharmaunternehmen Janssen Pharmaceutica bereits damit begonnen, seinen potentiellen Impfstoff gegen das Coronavirus am Menschen zu testen. Ursprünglich waren diese klinischen Studien erst für September geplant, aber das Unternehmen hatte zuvor angekündigt, dass die Forschung schneller vorankomme als erwartet.

Die klinischen Studien des Impfstoffkandidaten von Janssen Pharmaceutica, einem belgischen Tochterunternehmen des amerikanischen Pharmariesen Johnson & Johnson, beginnen heute offiziell. Aber tatsächlich wurden schon letzte Woche die ersten gesunden Freiwilligen in Belgien geimpft. Insgesamt werden in unserem Land und in den Vereinigten Staaten 1.000 Erwachsene ein Testimpfstoff gespritzt.

In dieser Phase - der so genannten "Phase 1/2a" - geht es vor allem darum zu prüfen, ob der Impfstoff sicher ist, welche Nebenwirkungen möglich sind und ob das Immunsystem darauf reagiert. Zu einem späteren Zeitpunkt soll die tatsächliche Wirksamkeit getestet werden, erklärte der Leiter des Impfstoffprogramms von Janssen Pharmaceutica, Johan Van Hoof, im VRT NWS-Morgenmagazin auf Radio 1: "Wir hoffen, diese Phase bereits im September starten zu können. Dann werden viel mehr Menschen rekrutiert, und wir werden wirklich sehen, ob der Impfstoff tatsächlich vor dem Virus schützt oder eine durch das Virus verursachte schwere Krankheit verhindert".

Wir bleiben vorsichtig optimistisch, basierend auf dem, was wir bei Versuchstieren beobachten.
Johan Van Hoof, Leiter des Impfstoffprogramms von Janssen Pharmaceutica

Wenn alles gut geht, könnte es in der ersten Hälfte des nächsten Jahres einen funktionierenden Impfstoff geben, hofft Van Hoof. "Wir bleiben vorsichtig optimistisch, basierend auf dem, was wir bei Versuchstieren beobachten. Aber wir sagen nicht, dass es funktionieren wird, solange wir keine konkreten Ergebnisse haben".

Die Ersten sein

Inzwischen basteln auch viele andere Pharmaunternehmen und Forschungsinstitute an Impfstoffen. Van Hoof bestreitet nicht, dass Janssen Pharmaceutica der Erste sein möchte. "Das wäre natürlich toll. Aber am wichtigsten ist es, einen funktionierenden Impfstoff herzustellen und so zur Lösung des Problems beizutragen".

Alle Produzenten haben sich verpflichtet, sehr transparent mit den Forschungsergebnissen umzugehen und ihr Wissen zu teilen

Im Wesentlichen werden sich die Lösungen, die die verschiedenen Impfstoffe bieten, nicht allzu sehr unterscheiden. "Wir alle verwenden unterschiedliche Technologien, aber das zugrundeliegende Arbeitsprinzip ist für alle dasselbe: Wir hoffen, dass die Immunantwort auf dieses Protein des Virus zu einem Schutz führt.“

Er weist auch darauf hin, dass es nicht nur Wettbewerb zwischen den Pharmaunternehmen gibt, sondern auch Kollegialität. "Alle Produzenten haben sich verpflichtet, sehr transparent mit den Forschungsergebnissen umzugehen und ihr Wissen zu teilen, damit alle später darauf aufbauen können.“

Genug Impfstoffe für alle?

Johan Van Hoof erklärt weiter, dass er sich auch mit Regierungs- und Hilfsorganisationen darüber berät, wie der Impfstoff, wenn er wirkt und zugelassen ist, möglichst breit angeboten werden kann. „Aber am Anfang wird es notwendig sein, Prioritäten zu setzen: Welchen Bevölkerungsgruppen wird der Impfstoff zuerst angeboten werden?“

Sowieso erweitert das Unternehmen jetzt seine weltweite Produktionskapazität. Im Laufe des Jahres 2021 soll es damit in der Lage sein, mehr als eine Milliarde Dosen des neuen Corona-Impfstoffs herzustellen. "Ich stelle fest, dass - glücklicherweise - von den Herstellern, auch von uns, enorme Investitionen getätigt werden, um jetzt große Mengen zu produzieren", sagt Van Hoof. "Daher bin ich optimistisch, dass bedeutende Mengen zur Verfügung stehen werden.“

fotografie peter Hilz (C)

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