Pressekonferenz nach Sicherheitsrat: Soziale Blase wird auf 5 feste Kontakte reduziert

Die soziale Blase wird deutlich reduziert. Eine Familien darf mit 5 anderen Erwachsenen Kontakt haben, Kinder unter 12 Jahren nicht eingeschlossen. Das gilt ab dem kommenden Mittwoch. Diese fünf Kontakte dürfen sich einen Monat lang nicht ändern. 

Wenn der Sicherheitsabstand gewahrt werden kann, sind höchstens  10 Kontakte erlaubt. Dies gilt z.B. für Aktivitäten im Freien. Das hat der Sicherheitsrat am Montag beschlossen. Bisher durfte jeder maximal 15 Kontakte pro Woche haben, und diese Kontakte durften jede Woche wechseln. Aber diese Regel wurde in den letzten Wochen heftig kritisiert, weil die Infektionszahlen wieder stark ansteigen.

Was hat der Nationale Sicherheitsrat konkret beschlossen?

"Wir halten an den nationalen und lokalen Maßnahmen fest und stärken sie", so Belgiens Premierministerin Sophie Wilmès (MR) zu Beginn der Pressekonferenz. Doch welche neuen Maßnahmen wurden nun ergriffen?

Ab Mittwoch, dem 29. Juli, gelten folgende Regeln mindestens für den kommenden Monat:

  • Die soziale Kontakt-Blase wird kleiner: Eine Familie darf maximal mit 5 anderen Erwachsenen Kontakt haben, Kinder nicht eingeschlossen. Bisher durfte jeder 15 Personen pro Woche sehen, und diese Kontakte durften wöchentlich wechseln. "Natürlich muss man in jeder Situation vorsichtig sein“, so die Premierministerin
  • Private Veranstaltungen (z.B. Ausflüge, Versammlungen oder Familientreffen) sind auf 10 Personen beschränkt, Kinder nicht eingeschlossen. 
  • Öffentliche Veranstaltungen werden ebenfalls wieder verkleinert. In Innenräumen sind immer noch 100 Personen zugelassen, im Außenbereich 200 Personen. Das ist in beiden Fällen eine Halbierung im Vergleich zur jetzigen Situation, denn bisher waren es 200 Personen innen und 400 Personen draußen. Mundmasken werden bei diesen Veranstaltungen Pflicht sein.
  • Homeoffice wird erneut "sehr empfohlen".
  • Einkaufen wird eingeschränkt. Wir müssen wieder alleine einkaufen. Eine Ausnahme gilt für Minderjährige oder Menschen, die Hilfe benötigen. Es dürfen sich maximal 30 Minuten im Geschäft aufhalten, es sei denn, man hat einen Termin. Der Sommerschlussverkauf  darf jedoch stattfinden.
  • Der Zehnerfahrschein mit kostenlosen Zugfahrten für alle Belgier wird auf September verschoben.
  • Auch für Sportunterricht und Wellness-Zentren gilt ab jetzt eine Registrierungspflicht für jeden.

Die kommunalen Behörden werden angewiesen, "energische Maßnahmen zu ergreifen, wenn sich die epidemiologische Situation verschlechtert". "Sie müssen auf jeden Fall einzugreifen." Premier Wilmès gibt auch der Provinz Antwerpen einen klaren Auftrag: "Die Dringlichkeit in Antwerpen erfordert starke Maßnahmen, die sofort ergriffen werden können. Deshalb tagt dort die Krisenzelle, um zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen".

"Der wichtigste Ansatz ist jedoch der individuelle Ansatz", betont Wilmès. "Was kann ich tun, um das Coronavirus zu bekämpfen, um mich selbst und meine Lieben zu schützen? Das müssen wir uns immer wieder fragen. Denn wenn wir das Virus nicht eindämmen können, wird es auch ein kollektives Scheitern sein. "Kümmern Sie sich weiterhin um sich selbst und um die anderen."

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