Ausgangssperre und Homeoffice verpflichtet: Antwerpen verschärft Corona-Maßnahmen drastisch

Das Krisenzentrum für die Provinz Antwerpen hat am Montagabend drastische Maßnahmen bekanntgegeben, um die Verbreitung des Covid-19-Virus zu stoppen. Zusätzlich zu den Vorschriften des Nationalen Sicherheitsrats wird in der Provinz eine Ausgangssperre zwischen 23.30 und 06.00 Uhr morgens verhängt. Restaurants und Kneipen müssen um 23 Uhr schließen.

In den Fernsehnachrichten der VRT um 13 Uhr sagte Provinzgouverneurin Cathy Berx, dass die Ausgangssperre zwischen halb zwölf Uhr abends und sechs Uhr morgens bereits am 28. Juli in Kraft treten wird. Letzten Informationen zufolge sollen die Texte für die neuen Beschlüsse am Dienstag nicht fertig geworden sein. 

Mit den verschärften Vorschriften wollen die Behörden die zweite Infektionswelle in Antwerpen stoppen: In der Provinz Antwerpen liegt das Verhältnis der Neuinfektionen pro Tag bei 48,5 von 100.000 Einwohnern. In allen anderen Provinzen in Belgien liegt das Verhältnis unter 20 Neuinfektionen/100.000 Einwohner.

In der gesamten Provinz gilt eine Ausgangssperre von 23.30  Uhr bis 06.00 Uhr. Wer unterwegs ist, muss einen guten Grund haben, wie dringend notwendige Besorgungen, einen Krankenhausbesuch oder einen Schichtwechsel bei der Arbeit.

Nicht nach Antwerpen fahren

Die Provinzgouverneurin Cathy Berx hat einen deutlichen Appel an die Bevölkerung gerichtet: „Versuchen Sie nicht, die Maßnahmen zu umgehen. Feiern ist absolut verboten! Feiern Sie auch nicht woanders. In diesem Sinne und im Interesse ihrer Gesundheit und der Gesundheit anderer raten wir auch davon ab, jetzt nach Antwerpen zu kommen. Seien Sie kreativ, um das Virus zu bekämpfen.“

Wie bereits vorige Woche beschlossen, muss jede Person in Antwerpen einen Mund- und Nasenschutz dabei haben und diesen auf öffentlichen Plätzen sowie dort tragen, wo 1,5 Meter Abstand nicht eingehalten werden können. Dieser Abstand ist auch in den Restaurants und Gaststätten unter allen Umständen jederzeit zu gewährleisten.

Die individuelle Anmeldung bei einem Restaurantbesuch ist ebenfalls Pflicht. Um ein Kontakt-Tracing zu ermöglichen, müssen diese Daten vier Wochen lang aufbewahrt werden.

In Restaurants und Cafés darf nur eine Höchstanzahl von Personen an einem Tisch sitzen, es sei denn, die Personen gehören zu einer Familie.

Die Polizei wird die Einhaltung der Sperrstunden streng kontrollieren.

Auf den Märkten und in den Geschäften beträgt die Einkaufszeit nur noch  30 Minuten.

Homeoffice ist Pflicht, ausgenommen in Fällen, in denen das Arbeiten von zu Hause aus nicht möglich ist.

Im Rahmen der Verschärfung der Corona-Maßnahmen in Antwerpen werden auch individuelle Kontaktsportarten und Teamsportarten für Spieler über 18 Jahre verboten.

In den meist betroffenen Bezirken und Stadtvierteln der Provinz (Stadt Antwerpen, Zwijndrecht, Stabroek, Kapellen, Brasschaat, Schoten, Wijnegem, Wommelgem, Ranst, Boechout, Borsbeek, Mortsel, Hove, Lint, Kontich, Edegem, Aartselaar, Boom, Niel, Schelle, Hemiksem und Rumst)  werden alle Feiern und Veranstaltungen verboten. Auch alle Fitnesszentren müssen schließen.  

"Lockdown light" laut Bürgermeister De Wever

Der Antwerpener Bürgermeister Bart De Wever (N-VA) bezeichnete die strengeren Maßnahmen für seine Stadt als einen „Lockdown light“. Die Ausgangsbeschränkungen waren notwendig, aber die Wirtschaft kann weiter arbeiten.

Die zweite Corona-Infektionswelle hat ihren Anfang auf Hochzeiten, in Chicha-Bars und in Fitnesszentren genommen, teilte der Bürgermeister auch mit und teilt danach aus: „In Antwerpen haben wir glücklicherweise schnell Zahlen zur Hand, viel schneller als in anderen Landesteilen. Über andere Städte und deren Zahlenmaterial mache ich mir Sorgen“, sagte De Wever noch, der bedauert,  dass seine Stadt jetzt mit Vorwürfen überhäuft wird.

De Wever nannte Brüssel, wo man besonders wenig über potentielle Ansteckungen wisse. 

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