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"Coast Snap": Forscher möchten mehr als 1 Foto vom Strand pro Tag

Das weltweite Forschungsprojekt Coast Snap hat jetzt auch die belgische Küste erreicht. Das flämische Meeresforschungsinstitut VLIZ ruft alle Smartphonebesitzer am Strand von Oostende und/oder Koksijde auf, ein Foto zu nehmen. 

Die Behörden und Forscher in Flandern haben sich die Beobachtung der Küste zur Aufgabe gemacht und sich für die Teilnahme an dem internationalen Forschungsprojekt Coast Snap entschieden.

Bei Sturmwetter verändert sich der Strand bekanntlich: Der Wind verweht große Mengen Sand, der zum Teil ins Meer gespült wird. Die gründliche Beobachtung dieser Veränderungen legt Schwachstellen in der Befestigung des Strandes bloß, die repariert werden können.

Forscher sagen auch eine Steigung des Meeresspiegels von 85 Zentimeter für das Jahr 2100 voraus. Mit hochtechnologischen Geräten werden die Strände und das Ufer heute bereits erfasst und dokumentiert.

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Aber auch das breite Publikum kann eine Rolle spielen. Deswegen nimmt das VLIZ an dem in Australien initiierten Projekt Coast Snap teil: „In Oostende und Koksijde haben wir einen Pfahl in den Sand getrieben, auf dem Passanten ihr Smartphone positionieren und ein Bild schießen können. Wenn sie ihr Foto an die Organisation weiterleiten, erhalten wir als Wissenschaftler und Bauingenieure nützliche Informationen über die Veränderung der Strände", so Jan Seys vom VLIZ.

Coast Snap ist ein internationales Forschungsprojekt, das 2017 in Australien begonnen hat. Weltweit wurden inzwischen 75 Smartphonepfosten errichtet. Der erste Smartphonepfosten in Belgien steht seit sechs Wochen am Spinoladijk in Oostende. Seitdem erhält das Meeresforschungsinstitut im Durchschnitt ein Foto pro Tag. Das dürfen gerne mehr werden.

Wer also in diesem Sommer nach Oostende oder Koksijde fährt, sollte dem Aufruf der Küstenforscher folgen und kann - mit einem einzigen Knopfdruck - einen winzigen Beitrag zur Erforschung der Küsten und Strände leisten.

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