Reisewarnung Rot für Genf und Umgebung: Schweizer verstehen nicht, warum

Nachdem Belgien die Region um den Genfer See rot auf der Europakarte der Reisewarnungen eingefärbt hat, muss die Christliche Krankenkasse viele gebuchte Ferienreisen stornieren. Niemand darf noch nach Genf, Wallis oder Waadt reisen und wer sich dort aufhält, muss nach seiner Rückkehr nach Belgien in Quarantäne. Die Schweizer reagieren mit Unverständnis.

Die Christliche Krankenkasse betreibt zwei Hotels in der rot eingefärbten Region. In den Hotels in Leysing und Zinal verbringen zurzeit 550 Belgier ihren Urlaub. Sie dürfen ihren Urlaub fortsetzen, müssen nach der Rückkehr aber einen Corona-Test abgeben und in Selbstquarantäne gehen.

Das Ferienbüro der Krankenkasse, Intersoc, muss alle geplanten Reisen in die Region vom Genfer See abblasen. „Wir sind vollkommen überrascht“, sagte Johann Swinnen von Intersoc: „Die Schweiz war sehr lang grün auf der Karte. Wir wussten, dass es in Genf Fälle gab, aber unsere Hotels liegen in den Bergen, wo es überhaupt keine Probleme gibt.“

Die Schweizer begreifen nicht, dass Belgien dieses Gebiet rot eingefärbt hat“, meldet Brecht Deseyn, der das Intersoc-Hotel in Leysin leitet: „Die Gäste fühlen sich hier sicher. Auch im Hotel, wo alle Vorschriften sehr gut befolgt werden.“

Und auch die Urlauber selber reagieren mit Verwunderung: „Wenn wir wandern gehen, begegnen wir so gut wie niemandem. Und wenn doch, machen wir einen großen Bogen umeinander“, erzählt Schweizurlauber Xavier Lust. „Ich habe mich noch nie so sicher gefühlt“, berichtet Annelies Vervoort von ihrem Aufenthalt in den Bergen: „Das Hotel tut alles für die Sicherheit seiner Gäste: „Handgel, Maskenpflicht und das Essen wird zu verschiedenen Uhrzeiten an kleinere Gruppen serviert.“

Das belgische Außenministerium hat die Reisewarnungen für Europa am Samstagabend aktualisiert.  Mehrere Regionen färben seitdem auch Rot, darunter Barcelona, Navarra, und Aragon in Spanien sowie Genf, Wallis und Waadt in der Schweiz.

Im Mai und Juni hatte sich die Corona-Situation in der Schweiz weitestgehend normalisiert. Im Juli war ein Aufflackern der Infektionsfälle festgestellt worden, insbesondere in Genf und in Waadt, wo ein Drittel aller Neuinfektionen registriert werden, so die Zahlen des Bundesamts für Gesundheit in der Schweiz.

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