Corona und die Kultur: Brüsseler Konzertsaal AB beendet Mitarbeit von rund 200 externen Beschäftigten

Der über die Grenzen Belgiens hinaus bekannte und beliebte Konzertsaal Ancienne Belgique, kurz AB, gab am Montag bekannt, die Zusammenarbeit mit rund 200 externen Mitarbeitern beenden zu müssen. Auch vor einem Saal, wie der AB, macht die Corona-Katastrophe in der hiesigen Kultur nicht Halt. Das letzte reguläre Konzert mit vollbesetztem Saal fand dort am 10. März statt. Damals trat die neue Band von Sarah Bettens (K’s Choice), Rex Rebel, mit den Death Angels im Vorprogramm auf…

Die AB gehört zu den wichtigsten Kulturakteuren in Brüssel und wird u.a. vom flämischen Kulturamt gefördert. Doch jetzt müssen auch hier notgedrungen harte Konsequenzen durch die Coronakrise gezogen werden. Das Management des Hauses muss die Zusammenarbeit mit rund 200 externen Mitarbeitern beenden. Betroffen davon sind in erster Linie Sicherheitsleute, Reinigungskräfte, Kollegen aus Catering und Gastronomie sowie Mitarbeiter, Techniker und Stagehands aus dem Bühnenbereich.

Die aufgekündigte Mitarbeit mit den Betroffenen entspricht in etwa dem Äquivalent von 30 Ganztagsjobs. Viele dieser Leute arbeiten bereits seit Jahren für die und in der Ancienne Belgique, doch das Management sieht derzeit keine Zukunft mehr für sie, denn nach wie vor sorgt Corona dafür, dass in der Kulturarbeit keine Perspektiven sichtbar werden, was die jüngsten Verschärfungen der entsprechenden Maßnahmen von Seiten der Bundesbehörden und die wieder steigenden Infizierungszahlen im Land leider unterstreichen.

Die Verantwortlichen der AB appellieren an Politik und Behörden, dem Kultursektor endlich eine Perspektive zu bieten oder zumindest für die betroffenen Beschäftigten ein vernünftiges Hilfs- und/oder Unterstützungsprogramm zu entwickeln. Bei der AB selber befürchtet man, dass es einen Neustart vorerst wohl nicht geben kann oder wird und man rechnet frühestens mit neuen Konzerten ab dem Sommer 2021. Auch deshalb wird hier dazu aufgerufen, den Solidaritätsfonds des belgischen Konzertsektors „LIVE2020“ zu unterstützen. 

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