ROBIN UTRECHT

Durchschnittlich fast 500 Corona-Infizierungen pro Tag in Belgien

Auch nach diesem ersten Augustwochenende steigen die Zahlen der Infizierungen mit dem Coronavirus Covid-19 in Belgien weiter signifikant. Einer der Hotspots bleibt die Provinz Antwerpen. Viele der jetzt Infizierten sind jünger als 40 Jahre alt. Inzwischen lassen sich viele Landsleute auf Eigeninitiative auf Covid-19 testen, doch das kann zu Kapazitätsengpässen führen, so Fachleute. 

Das staatliche Gesundheitsamt Sciensano teilte am Montagmorgen mit, dass die Corona-Epidemie in Belgien weiter zunimmt. Im Zeitraum zwischen dem 24. und dem 30. Juli infizierten sich täglich rund 491 Personen mit dem Virus, was einem Anstieg um 68 % gegenüber der Vorwoche entspricht. Insgesamt haben sich seit dem Ausbruch der Epidemie in unserem Land 69.849 in Belgien lebende Personen mit dem Virus infiziert.

Auch die Zahl der Coronapatienten, die in einem Krankenhaus aufgenommen werden müssen - einer der wichtigsten Indikatoren für die Entwicklung dieser Epidemie - steigt wieder. Pro Tag werden durchschnittlich 24 Covid-19-Patienten eingeliefert, was einem Anstieg um 60 % gegenüber der Vorwoche entspricht.

Etwas mehr Sterbefälle

Laut Sciensano sind in diesen Tagen besonders jüngere Menschen zwischen 20 und 29 Jahren von Infizierungen betroffen und insgesamt bilden die unter 40-Jährigen derzeit die größte Gruppe der Neu-Infizierten. Dieses Profil sorgt allerdings nicht für einen deutlichen Anstieg der entsprechenden Todesfälle, auch wenn diese Zahl auf zwischen 2 und 3 Fälle täglich leicht angestiegen ist. Bis heute sind in Belgien insgesamt 9.845 Personen an den Folgen einer Corona-Infizierung gestorben.

Zweite Welle? 

In der Provinz bzw. in der Stadt Antwerpen steigen die Neu-Infizierungen weiter deutlich, auch wenn sie in den vergangenen Tagen leicht abgenommen haben. Innerhalb von einer Woche steckten sich rund 1.000 Menschen in dieser Region an. Inzwischen fällt aber auch auf, dass die Stadt Verviers in der Provinz Lüttich stark betroffen ist. Hier steigt die Zahl der Ansteckungen mit Covid-19 seit einigen Tagen recht stark an.

Nach Ansicht des Virologen Steven Van Gucht, dem Leiter von Sciensano, ist die zweite Welle in Belgien angekommen: "Die Zahlen steigen in allen Städten und Regionen. Ich gehe davon aus, dass wir erst nächstes Jahr wieder zur Normalität zurückfinden werden."

Inzwischen lassen sich in unserem Land mehr und mehr Menschen auf eigene Initiative auf Covid-19 testen. Doch dies könne auf Dauer dazu führen, dass die Testkapazitäten in Belgien nicht ausreichen. Mediziner, Virologen und andere Fachleute in diesem Bereich raten den Menschen im Land dazu, sich von einem Hausarzt untersuchen zu lassen, bevor sie sich selbst testen lassen. Dieser könne darüber urteilen, ob ein Coronatest sinnvoll sei. 

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