Ehekrieg im Lockdown? Deutlich mehr Scheidungen seit Mitte Mai in Belgien

Seit dem Ende des Lockdowns in Belgien Mitte Mai ist die Zahl der Ehescheidungen stark angestiegen. In der zweiten Monatshälfte im Mai lag die Zahl der neuen Scheidungsakten etwa 25 % über der im gleichen Vorjahreszeitraum. „Wochenlang auf engem Raum zusammen sein, ist für Paare, bei denen es ohnehin nicht mehr gut läuft, der Tropfen gewesen, der den Stein zum Überlaufen brachte“, so Bart Van Opstal vom belgischen Dachverband der Notare zu dieser Entwicklung.

Während des Lockdowns in Belgien, etwa zwischen dem 18. März und dem 4. Mai, sank die Zahl der Scheidungsanträge in Belgien, um danach wieder, wie oben angegeben, stark anzusteigen.

Das bedeutete aber nicht, dass es währenddessen weniger Eheprobleme gab, im Gegenteil. Durch den Lockdown war es lediglich etwas problematischer, Scheidungen einzureichen, Formulare auszufüllen und Papiere bei den Notaren unterzeichnen zu lassen. 

In Ehen, in denen es vorher schon Spannungen gab, sind die Probleme während des Lockdowns noch größer geworden.“

Bart Van Opstal, Dachverband der belgischen Notare

Danach allerdings verzeichneten die belgischen Notare einen starken Anstieg bei den Scheidungen und zwar um rund 25 % seit Mitte Mai. Der Trend setzte sich danach fort, wenn auch in geringerem Maße. Im Juni verzeichneten die Notare etwa 19,3 % mehr Ehescheidungsanträge als im gleichen Monat letztes Jahr und im Juli betrug der Anstieg immer noch etwa 13,2 %.

Inzwischen geht der Trend dazu, sich schneller und kostengünstiger zu trennen, denn offenbar haben sich auch viele Paare während des Lockdowns untereinander ausgesprochen und ihre Trennung ohne Streit und langwierige Scheidungsverhandlungen vor Gericht und bei den Notaren beschlossen. 

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