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Universitäten von Gent und Lüttich unterstützen Training von Hunden, die Corona erschnüffeln sollen

Um Hunde für das Anweisen von Menschen mit dem Corona-Virus zu trainieren, sammeln die Universitäten von Gent und Lüttich zurzeit Schweißproben ein. Bereits Ende August könnten die vierbeinigen Spürnasen z. B. in der Ankunftshalle am Flughafen oder bei größeren Veranstaltungen eingesetzt werden.

Corona-Tests haben schon für viel Stirnrunzeln gesorgt. Zuerst fehlte es an Tests und Laboratorien. Dann war das ganze Verfahren mit Stäbchen im Nasenloch unangenehm und beizeiten schmerzhaft.

Mittlerweile werden andere Vorgehensweisen für das Testen von Personen ausprobiert. Am Hund und seinem herausragenden Geruchssinn führt dabei kein Weg vorbei.

Bislang lernten Hunde hauptsächlich Krankheiten zu erschnüffeln, die von Bakterien und Krebserregern ausgelöst werden.

In Gent beschäftigt sich Professor Chris Callewaert mit der Ausbildung der Suchhunde. Um die Hunde gründlich trainieren zu können, sind sehr viele Schweißproben erforderlich. Diese dienen dazu, den Hund auf einen bestimmten Geruch abzurichten. Wissenschaftler haben mittlerweile herausgefunden, dass das Corona-Virus im Schweiß bestimmte Geruchspartikel absetzt.

„Deswegen brauchen wir große Mengen Schweißproben von sowohl infizierten als nicht infizierten Personen und das aus allen Altersstufen“, erklärt Callewaert: „Gelingt es uns, den typischen Geruch des Corona-Virus heraus zu filtern, können wir die Hunde auf diesen Geruch abrichten.“

Kein Risiko gegenseitiger Ansteckung

Die Wissenschaftler haben sich vergewissert, dass das Ansteckungsrisiko sehr gering ist. Das Virus wird von Tröpfchen aus der Nase oder Speichel aus dem Mund übertragen und nicht durch eine Schweißprobe“, so Professor Callewaert. Auch beim Erschnüffeln ist die Ansteckungsgefahr minimal, da Hunde normalerweise nur bis auf Beinhöhe einer Person schnüffeln.

Wenn Massenveranstaltungen wie Festivals wieder zugelassen sind, kommen die vierbeinigen Geruchexperten bestimmt zum Einsatz: „Sie können am Eingang stehen und infizierte Personen in einem Frühstadium erkennen. … Das geht insgesamt viel schneller als darauf zu warten, dass jemand erst Symptome entwickelt, dann zum Doktor geht, einen Test abnehmen lässt und anschließend noch auf das Testergebnis warten muss.“

Trainingszentrum in Bredene an der Küste

Die Universität sucht zurzeit noch viele Personen, die bereit sind, eine Schweißprobe abzugeben.

Das Trainingszentrum für die Corona-Schnüffelhunde befindet sich in der Küstengemeinde Bredene. Die Ausbildung zum Corona-Schnüffler kann nach einigen Tagen bereits abgeschlossen sein und dauert höchstens einen Monat. Ende August sollen die ersten Hunde einsatzbereit sein. 

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