Brüssel führt vorläufig keine Maskenpflicht ein

Die Region Brüssel-Hauptstadt verzichtet vorläufig auf eine allgemeine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen. Diese Maßnahme werde erst Pflicht, wenn mehr als 50 Corona-Infektionen für 100.000 Einwohner gezählt würden, sagte Ministerpräsident Rudi Vervoort (PS) auf einer Pressekonferenz nach dem Regionalen Sicherheitsrat am Donnerstagmittag.

Gegenwärtig zählt die Region der 19 Brüsseler Gemeinden 38 Corona-Fälle je 100.000 Einwohner. Ministerpräsident Vervoort (Foto unten) geht davon aus, dass die Schwelle von 50 Corona-Infizierten wohl Mitte nächster Woche überschritten werde.

„Auf dem Grundgebiet der Region stellen wir in den letzten Wochen eine deutliche Zunahme der Corona-Fälle fest“, sagte Inge Neven, Leiterin der Brüsseler Gesundheitsinspektion, nachdem die Brüsseler Behörden und Gesundheitsexperten die Situation und eventuelle zusätzliche Maßnahmen im Regionalen Sicherheitsrat besprochen hatten: „Zwischen dem 30. Juli und dem 3. August ist die Anzahl der Neuinfektionen exponentiell gestiegen“.

Diese Entwicklung setzt sich fort, wenn auch in einem weniger ausgeprägtem Maße, fügte Neven hinzu: Am Mittwoch wurde 58 neue Fälle registriert gegenüber 67 am Dienstag.

CLI

Sint-Gillis und junge Leute bis 30 J. besonders betroffen

Die Gemeinde Sint-Gillis ist von der Corona-Epidemie die am härtesten getroffene Gemeinde der Region: Dort werden 70 Fälle pro 100.000 Einwohner pro Tag registriert. Nur die Gemeinden von Woluwe-Sint-Pieters und Watermaal-Bosvoorde befinden sich unter der Alarmschwelle von 20/100.000.

Die meisten Corona-Patienten sind 20- bis 49-jährige Personen, wobei die unter Dreißigjährigen am häufigsten betroffen sind.

Die Zahl der Krankenhausaufnahmen in der Brüsseler Region hält sich in Grenzen und schreitet viel langsamer voran als bei der ersten Corona-Welle im März. Binnen 20 Tagen hat sich die Zahl der Krankenhausaufnahmen im Juli verdoppelt. Im März hatte sich die Zahl der Einweisungen wegen Corona verfünffacht, teilte Vervoort noch mit. 

Die Maskenpflicht wird in der gesamten Region erst eingeführt, wenn die Schwelle von 50 Fällen/100.000 Einwohner überschritten ist. Laut der belgischen Gesundheitsbehörde Sciensano gerät eine Epidemie außer Kontrolle, wenn der Schwellenwert von 50 überschritten ist. 

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