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"Ich war eine Schande, ich war die schmutzige Wäsche von König Albert II."

Delphine Boël, Künstlerin und die uneheliche Tochter von Belgiens früherem König Albert II., zeigt in einer Galerie in Knokke neue Arbeiten. Diese Werke entstanden in der Zeit der Verfahren, die die in London lebende Künstlerin auf juristischem Wege angestrengt hatte, um von ihrem leiblichen Vater anerkannt zu werden, was auch letztendlich im Januar dieses Jahres gelang. Gegenüber VRT NWS nahm sie zum ersten Mal Stellung zu ihren Leben als Künstlerin und als ungeliebte Tochter des belgischen Ex-Königs.

Delphine Boël hat diesen Prozess in ihren neuen Arbeiten quasi in einer Art künstlerischem Tagebuch verarbeitet und in teilweise schmerzlichen Gedichten und Gemälden dargestellt. Boël erzählte gegenüber VRT NWS, dass sie zeitlebens das Gefühl hatte, zu stören und dies nur, weil sie bestand: „Ich bin ein Störsender. Ich war die Schmach der königlichen Familie. Sie wollten sogar, dass ich weit weg gehen soll, damit die ganze Geschichte verschwinden kann.“ Mit „Sie“ bezeichnet die uneheliche Königstochter in erster Linie übrigens die Berater des Königshauses am Hof…

2001 hatte der Palast jeglichen Kontakt zu ihr abgebrochen und als König Albert II. 2013 zu Gunsten seines Sohnes Philippe Abstand vom Thron nahm und seine Immunität verlor, begann Delphine Boël einen Prozess gegen ihn, um endlich anerkannt zu werden. Damals musste sie feststellen, dass sie international auf einer „schwarzen Liste“ stand, über die Konten gesperrt wurde und durch die sie auch Probleme bei Reisen feststellte. Sogar ihre Kinder standen auf dieser Liste.

„Dies ist aber nicht der einzige Grund, warum ich diesen Prozess begonnen hatte. Der wichtigste Grund war, dass ich nicht wollte, dass mich meine Kinder fragen müssen, woher ich komme. Ich hätte das auch genauso gemacht, wenn mein Vater Zoodirektor oder ein Verbrecher gewesen wäre“, so Boël, die seit Januar, also seit der offiziellen Ankerkennung durch ihren Vater wieder auffallend farbenfrohe Arbeiten macht: „Ich bin glücklich darüber, wie gesund die belgische Justiz ist. Aber, ich muss das alles noch verarbeiten, wenn es war ein langer Weg. Das war etwas, was meiner Meinung nach nicht hätte geschehen müssen. Ich kann jetzt noch nicht sagen, dass ich wirklich schon glücklich bin.“

Traurig stimmte sie der kühle Ton der Pressemitteilung von König Albert II. nach der Anerkennung: „Das war nicht schön. Das war zu hart. Das stammte von einem Anwalt. Also gebe ich ihm Zweifel für den Angeklagten.“ 

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