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Nach Massenschlägerei am Strand von Blankenberge:  Küstenbadeorte weisen Tagestouristen zurück

Nach einer aus dem Nichts entstandenen Massenschlägerei am Strand von Blankenberge am frühen Samstagabend erlassen der betroffene Küstenbadeort und Knokke-Heist für diesen Sonntag ein Anreiseverbot für Tagestouristen. Die Polizei kontrolliert bereits in Zügen und an den Bahnhöfen sowie an den Zufahrtswegen aus Richtung Autobahn (Foto unten). Wer keinen triftigen Grund hat, hierher zu kommen, der muss umkehren, so die jeweiligen Bürgermeister. Doch man wolle nicht alle bestrafen, befanden die Teilnehmer einer Krisensitzung auf Ebene der Provinz Westflandern. Aber, es wurde eine gemeinsame Vorgehensweise vereinbart.

Nur Hotel- und andere Übernachtungsgäste sowie Besitzer von Zweitwohnungen durften zunächst an diesem Sonntag nach Blankenberge und nach Knokke-Heist kommen. Blankenberge habe „ein Time-Out“ nötig, sagte Blankenberges Bürgermeisterin Daphné Dumery (N-VA) nach der Massenkeilerei am frühen Samstagabend am Strand ihrer Stadt. Knokke-Heist schloss sich dem an und verweigerte ebenfalls an diesem Sonntag zunächst Tagestouristen den Zutritt zur Gemeinde.

In Ostende wollte man die Lage genau beobachten und sofort einschreiten, wenn sich eine bedrohliche Situation ergeben sollte. Doch am Sonntagvormittag entschied der Krisenstab der Stadt ebenfalls, Tagestouristen zurückzuweisen und wollte ab 11 Uhr den Bahnhof schließen.

Die belgische Bahngesellschaft NMBS/SNCB schien von den Ereignissen überrollt zu werden, denn alle Züge in Richtung Küste sollten nach Fahrplan fahren und auch die Sonderzüge zu den Küstenbadeorten blieben vorerst geplant. Dabei blieb es auch und die Vorgehensweise wurde im Laufe des Sonntags entschärft. Allerdings forderte Westflanderns wahrnehmende Provinzgouverneurin Anne Martens am Sonntag weiter vehement, dass die Bahn ihre zusätzlichen Küstenzüge einstellen solle. 

Was war am Samstag los? 

Offenbar hatte die Hitze am Samstag die Gemüter einiger Tagestouristen so sehr erhitzt, dass sie aus nichtigem Grund ausrasteten. Wie aus dem Nichts schlugen dutzende Strandbesucher am Samstag nach 18 Uhr aufeinander ein und nutzten dazu alles, was sie finden konnten: Strand- und Terrassenmöbel, Stöcke und Sonnenschirme, Flaschen und Dosen…

Anlass war der Versuch der Polizei, eine Gruppe randalierender Jugendlicher einen Platzverweis zu erteilen. Augenzeugen berichteten, dass binnen Sekunden eine Massenschlägerei entstand, die sich nicht nur gegen die Polizisten richtete. Herbeigerufene Polizeieinheiten konnten die Keilerei aber unter Kontrolle bekommen und nahmen zahlreiche Personen fest. Unterdessen meldete die Polizei von Knokke-Heist ebenfalls einige Rangeleien am Strand.

In Blankenberge waren rund 120 Polizeibeamte im Einsatz. Unter den Randalierern waren auch dutzende Jugendliche aus Brüssel, die wohl Alkohol oder Drogen zu sich genommen hatten. So gut wie alle erkennungsdienstlich erfassten Randalierer sind bereits einschlägig polizeilich bekannt.  Gegen drei der Festgenommenen wird ein Verfahren eingeleitet. 

Vorgehensweise ab Sonntag

Am Sonntagvormittag kam es auf Ebene der Provinz Westflandern zu einer Krisensitzung (virtueller Art), zu der die aktuell wahrnehmende Gouverneurin Anne Martens einberufen hatte. Dabei wurde vereinbart, doch keine Bahnhöfe zu schließen, um die Massen von den Küstenbadeorten fernzuhalten. Stattdessen wird überall kontrolliert - nicht nur an den Bahnhöfen, sondern schon in den Zügen.

Doch letztendlich wolle man nicht alle dafür bestrafen, dass sich einige massiv danebenbenehmen, so der Tenor nach der Videositzung. Die Polizei in den touristischen Zentren an der belgischen Nordseeküste wird allerdings durch Beamte der Bundespolizei verstärkt.

Massive Polizeipräsenz und umfangreiches Monitoren der Menschen, die an die Küste fahren wollen, sollen dabei helfen, Krawallmacher schnell zu filtern und nach Hause zu schicken. 

Zu viel los! Einige Badeorte machen dicht

Im Laufe des Sonntags begaben sich aber dermaßen viele Tagestouristen an die Küste - und dies mit dem Auto, dass in verschiedenen Ortschaften entlang der Strände schlicht und einfach keine Parkplätze mehr zu finden waren. In De Haan, Wenduine und Bredene veranlassten die jeweiligen Bürgermeister die Absperrung aller Zufahrtsstraßen für Fahrzeuge mit Insassen, die keine direkte Verbindung zu den Ortschaften haben.

Auch hier durften nur noch Bewohner, Anlieger, Hotel- und andere Übernachtungsgäste oder Familien durchfahren, die eine Zweit- oder Ferienwohnung aufsuchen wollten.

 

Rund 120 Polizisten waren in Blankenberge im Einsatz
Belga

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