Randale und zu große Menschenmassen an der Küste: Wie geht es jetzt dort weiter?

Vor allem in Blankenberge und in Knokke-Heist wird nach Lösungen gesucht, um an den kommenden heißen Tagen und am nächsten Wochenende zustände, wie jetzt am Samstag und am Sonntag zu vermeiden. Blankenberge will versuchen, ohne Zurückweisung von Tagestouristen im Ort auszukommen, Knokke-Heist aber will genau das machen. Inzwischen schaltet sich auch Bundesinnenminister Pieter De Crem (CD&V) in die Diskussionen ein.

Am Samstag kam es im Küstenbadeort Blankenberge zu einer Massenschlägerei am Strand und zu einem massiven Polizeieinsatz mit Festnahmen und zu insgesamt drei Strafverfahren (Foto oben). Drei Jugendliche aus Brüssel sind am Montag dem Haftrichter vorgeführt worden. Auch in Knokke war es am Wochenende vereinzelt zu Rangeleien gekommen, die jedoch eher glimpflich abgelaufen waren. Hinzu kamen noch recht große Menschenmassen, die an die belgische Nordseeküste kamen, um sich dort abzukühlen. 

Das waren in erster Linie Tagestouristen, die mit dem Auto oder mit Sonderzügen der Bahn an die Küste fuhren. Zeitweise ging hier nichts mehr, weil es in einigen der Badeorte keine freien Parkplätze mehr gab und weil doch zu viele Menschen mit dem Zug gekommen waren.

Am Sonntag war es ruhiger in Blankenberge, weil die Polizei Tagestouristen zurückgewiesen hatte bzw. weil bekanntgegeben wurde, dass solche Gäste unerwünscht waren. Doch Daphné Dumery (N-VA), die Bürgermeisterin des populären Badeortes will so nicht weitermachen: „Eine ganze Woche Tagestouristen gegenhalten, das geht nicht. (…) Ein Strand ist ein öffentlicher Raum. (…) Doch wir müssen etwas tun, denn so kann es nicht weitergehen.“Aus Knokke-Heist verlautet aber, dass man vorerst keine Tagestouristen mehr in der Stadt und am Strand haben will. 

Problemfall Zusatzzüge?

Westflanderns stellvertretende Provinzgouverneurin Anne Martens hofft, dass die belgische Bahngesellschaft NMBS/SNCB etwas unternimmt: „Einige Züge waren übervoll. Das muss aber vorher, um Inland, geregelt werden. Wenn in Brüssel 1.000 Leute am Bahnsteig stehen, dann kann ein Schaffner die alle alleine nicht zurückhalten.“

Martens wird an diesem Montag gemeinsam mit Innenminister Pieter De Crem prüfen, ob die Bahn nicht zumindest die morgens und abends fahrenden 7 Sonderzüge zur Küste streichen kann. Dies wurde bereits am Sonntag gefordert, war aber nicht so kurzfristig umzusetzen. Gouverneurin Martens appelliert an den gesunden Menschenverstand er Leute im Land: „Nehmt doch bitte keinen Zug, der schon übervoll ist…“

Die Polizei hatte jedenfalls an der Nordseeküste alle Hände voll zu tun. Quasi alle Einheiten der Badeorte an der Nordseeküste waren im Einsatz. Sie wurden von Bundespolizisten, von Einheiten aus der Provinz Westflandern und auch von Kollegen der Polizeizone Halle-Vilvoorde in Flämisch-Brabant unterstützt. Doch die Polizeigewerkschafen im ganzen Land sind angesichts dessen erbost, vor allem, weil sich so viel sinnlose Gewalt auch und gerade gegen die Polizisten richtet, was am letzten heißen und hitzigen Wochenende nicht nur an der Küste der Fall war. 

Schon in den Bahnhöfen wurde am Sonntag kontrolliert
Sonderzüge in Ostende
Knokke am Sonntag

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