Andreas Kockartz

Spannende Orte: Auf den Spuren von Vincent Van Gogh in seiner Brüsseler Zeit

Vincent Van Gogh belegte 1878 in Brüssel einen vorbereitenden Kurs zum Evangelisten, zog aber nach drei Monaten in die Borinage, ins Bergbaugebiet in der Provinz Hennegau um, um dort zu predigen. Zwei Jahre später kam er als junger Künstler wieder nach Brüssel, um hier an der Kunstakademie zu studieren. Dabei verschlug es ihn durch die ganze belgische Hauptstadt. 

In den Monaten zuvor hatte (1853-1890) vergeblich versucht, in Amsterdam Theologie zu studieren. Danach verzichtete er darauf, Priester werden zu wollen. Prediger werden, das wollte er und deshalb kam er nach Brüssel an die flämische Evangelistenschule, die seinerzeit am Sint-Katelijnenplein (Foto oben) in der Hausnummer 5 zu finden war (Foto unten). Hier waren die Ansprüche geringer, doch nach drei Monaten wurde er doch nicht für die nächste Stufe zugelassen. So war die erste Episode des späteren Malers in Brüssel rasch zu Ende und er ging in die Borinage, um für die Kumpel im Bergbau zu predigen.

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Andreas Kockartz

Die Zeit dort im Hennegau war schwer und dabei überlegte sich Vincent Van Gogh, doch den Versuch zu starten, Künstler zu werden, denn dies lag ihm schon immer am Herzen. Über seinen Bruder Theo und die Galerie Goupil & Cie. kam er in Kontakt mit anderen Künstlern. Diese Galerie befand sich am Grasmarkt an der Hausnummer 89 unweit der Grand‘ Place mitten im heutigen Stadtzentrum, wo sich Terrasse an Terrasse reiht (Foto unten).

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Andreas Kockartz

Van Gogh war oft im Museum für Schöne Künste, um sich dort von der schon damals umfangreichen Gemäldesammlung inspirieren zu lassen. Primäres Ziel war zunächst, viele Zeichnungen zu machen, von deren Verkauf er leben wollte. 1880 schrieb er sich aber auch an der Akademie der Schönen Künste in der Zuidstraat. Der Unterricht dort war für den Niederländer nicht wirklich interessant, doch die Tatsache, dass man dort während der kalten Winterzeit in einem beheizten Atelier arbeiten konnte, überzeugte ihn, hier Student sein zu müssen.

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Andreas Kockartz
Königliche Akademie der Schönen Künste in Brüssel

Anfang 1881 freundete sich Vincent Van Gogh mit dem Brüsseler Maler Anthon G.A. van Rappaert (1858-1892) an, der sein Atelier in der Dwarsstraat 8 hatte (Fotos unten). Dort ist heute eine Jugendherberge untergebracht, doch ein Gedenkstein erinnert daran, dass Vincent Van Gogh hier einmal gearbeitet hat. Diese Straße ist nicht weit vom Botanischen Garten in Brüssel unweit des Nordbahnhofs entfernt und diese Einrichtung lohnt sich, zu besuchen. Überhaupt ist dieses Viertel im Dreieck Brüssel Stadt, Sint-Joost-ten-Noode und Schaarbeek einen entdeckungsreichen Spaziergang wert. Gelebt hatte Vincent Van Gogh in dieser Zeit auch bei Verwandten am Brüsseler Kanal.

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Andreas Kockartz
Andreas Kockartz

Übrigens, von Ende November 1885 bis Anfang Februar 1886 hielt sich Vincent Van Gogh auch eine Zeit lang in Antwerpen auf, doch auch hier war ein Studium an der Kunstakademie nur von kurzer Dauer. Doch eigenen Angaben zufolge begeisterte ihn auch in der Schelde- und Hafenstadt die reichhaltigen Kunstmuseen.

In Antwerpen macht im kommenden Jahr die Ausstellung „Van Gogh, Immersive Experience“ nach Aufenthalten in Neapel, Barcelona, Tel Aviv und Brüssel halt und wird in der Halle „Waagnatie“ zu sehen sein. Dabei handelt es sich um eine hochtechnologische Multimediaschau, die das Leben und Wirken des Malers veranschaulicht. Diese Ausstellung findet dort vom 10. August bis zum 8. November 2021 statt. 

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