Trockenheit und Hitze: Dramatisch niedrige Grundwasserstände in Flandern

Die Grundwasserpegel im belgischen Bundesland Flandern sind im Laufe eines Monats deutlich weiter gesunken. Derzeit stehen diese Pegel an 78 % der Messstellen auf einem „niedrigen bis sehr niedrigen“ Stand. Langfristig ist dies unhaltbar, wie die flämische Umweltgesellschaft VMM warnt. Hier sind Pläne zum Wassersparen dringend notwendig. Die VMM bringt damit den „Blue Deal“ der Landesregierung ins Spiel, über den mehr Regenwasser vor dem Versickern aufgefangen werden soll.

Die Grundwasser-Pegelstände, um die es hier in Flandern jetzt geht, sind nach Angaben der VMM relative Stände, denn sie tragen mit der Jahreszeit Sommer ohnehin Rechnung, denn dann liegen die Pegel immer unter denen z.B. nach dem Ende des Winters. Und doch sind die Pegel alarmierend. 

Heute sind die Grundwasserpegel an 78 % der Messstellen auf einem „niedrigen bis seht niedrigen“ Stand. Im Juli lag dieser Wert bei „nur“ 61 % der Messstellen. Im Laufe des vergangenen Monats sind die Pegel an 95 % aller Messpunkte in Flandern gesunken.

Und trotz der Tatsache, dass der vergangenen Monat Juli recht feucht war, stehen die Pegel auf ähnlich niedrigen Ständen, wie nach den knochentrockenen Sommer im vergangenen Jahr, so Bernard De Potter von der flämischen Umweltgesellschaft VMM gegenüber VRT NWS.

"Blue Deal"

„Das Wetter haben wir nicht in der Hand“, so De Potter, „doch andere Möglichkeiten müssen dringend angepackt werden.“ De Potter spricht dabei auf den sogenannten „Blue Deal“ an, mit dem auf verschiedenste Art und Weise überall im Land dafür gesorgt werden soll, dass Regenwasser nicht ungenutzt versickert oder über die Wasserläufe in die Nordsee abfließt oder auch, dass Abwässer besser genutzt werden, wenn auch nicht unbedingt als Trinkwasser.

In den kommenden Tagen sagen die Wetterbehörden viel Regen voraus, doch so heißt es bei der VMM, handelt es sich dabei vor allem um Unwetter und das sei nicht ideal. Bei schwerem Starkregen könne das Wasser nicht langsam in den Boden eindringen und ins Grundwasser gelangen.

Es fließt einfach ab und kann nur bedingt genutzt werden. Davon haben allerdings jene etwas, die Regenwasser in Tanks oder Becken auffangen, doch grundsätzlich hilft dies nicht, den akuten Grundwassermangel in Flandern zu korrigieren. Da hilft noch kaum ein regenreicher Herbst, so die Experten… 

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