"Sound of Silence": Belgiens Kultursektor reagiert auf das "Schweigen der Politik" mit Schweigen

Seit einigen Tagen sind viele Fotos, die Künstler und andere Akteure im Bereich Kultur und Veranstaltung auf deren Social-Media-Seiten zu sehen sind, durch neue Bilder ersetzt worden. Diese Bilder zeigen Gesichter, die von einem Banner überzogen sind, auf dem „Sound of Silence“ zu lesen ist. Damit will der Sektor einmal mehr auf seinen Notstand hinweisen, den er seit dem Ausbruch der Corona-Epidemie in Belgien erleiden muss. Und, diese Aktion ist eine Reaktion auf das weitgehende „Schweigen der Politik“ zu dieser Situation.

Zu den Unterstützern dieser Aktion gehören u.a. die international bekannte belgische Schauspielerin Veerle Dobbelaere, die Pop- und Soulsängerin Selah Sue und die DJane Charlotte Dewitte.

Sie und viele andere reagieren damit auf die Tatsache, dass die Regierung bei der Verschärfung der Corona-Maßnahmen im Juli angesichts einer drohenden zweiten Covid-19-Welle in Belgien, den Kultur- und Eventsektor einmal mehr im Regen stehen gelassen hat. 

Die zugelassene Zahl der Besucher von Veranstaltungen in Sälen oder unter freiem Himmel wurde ohne Rücksprache kurzerhand halbiert.

Hier drohen Konkurse und die Verarmung von Dutzenden von Betroffenen vor, auf und hinter den Bühnen. Die Künstler, die kulturellen Einrichtungen und die dazu gehörenden Unternehmen fordern weiterhin eine deutliche Perspektive für ihre Zukunft von Seiten der Politik.

Insgesamt sind rund 80.000 Beschäftigte von der Notlage betroffen. Jährlich werden belgienweit etwa 70.000 Veranstaltungen in Kunst und Unterhaltung organisiert. Man mag sich ausrechnen, welchen wirtschaftlichen Aspekt dies hat und welche Einnahmen, Umsätze und nachher anfallende Steuern hier verloren gehen… 

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