Belgien: Schulstart ab dem 1. September - Alle Kinder gehen erstmal zur Schule

Am Freitag haben die drei Bildungsminister in Belgien (Flandern, Wallonie, Brüsseler Region) beschlossen, dass alle Kinder ab dem 1. September in die Schule gehen können. Nach einer Woche können nach den ersten Erfahrungen und je nach Stand der Dinge in Sachen Corona Anpassungen in den Schulen vorgenommen werden - z.B. in Gemeinden, in denen die Infizierungszahlen steigen. Die Bildungsminister einigten sich auf diese Vorgehensweise mit den Schulträgern des Landes und mit Vertretern der Corona-Expertengruppen, die die Regierung(en) in Virusfragen beraten. Auch die Unis und die Hochschulen starten mit maximaler Präsenz der Studierenden in den Instituten. 

Das bedeutet, dass Kindergärten und Grundschulen alle Kinder ganztags unterrichten werden, ungeachtet der Verbreitung des Virus. Im Bereich Mittelschulen werden die Schulkinder der ersten beiden Jahre täglich und ganztags unterrichtet, doch hier gilt eine Mundmaskenpflicht in den Klassen. Die anderen Mittelschulkinder werden in der ersten Schulwoche vollständig in ihrer Schule erwartet, doch ab der zweiten Schulwoche kann es hier zu Anpassungen kommen, je nach Virusstand in der jeweiligen Gemeinde. Auch hier gilt natürlich Mundmaskenpflicht.

In den Bereichen Teilzeitunterricht (z.B. duales System, Kunstunterricht), Hochschulen und Erwachsenenbildung (z.B. VHS) finden in der ersten Schulwoche alle Unterrichte statt, doch ab der zweiten Woche kann es auch hier zu Anpassungen kommen, je nachdem, wie sich der Virusstand in der jeweiligen Gemeinde entwickelt. Auch hier ist natürlich die Mundmaskenpflicht selbstverständlich.

Ziel ist ein rasch verlaufender Schulstart, der sich im Laufe der Zeit in den Städten und Gemeinden an der dort festgestellten Entwicklung der Corona-Infizierungen anpassen lässt. Ab der ersten Woche erfolgen die Anpassungen einem Farbcode-System, dass Experten aus allen betroffenen Bereichen schon im Juni ausgearbeitet hatten. „Code gelb“ bedeutet „leichtes Infizierungs-Risiko“ und dass der Unterricht an 5 Tagen pro Woche stattfinden kann.

Vorerst keine wirklich verschärften Maßnahmen

„Code orange“ bedeutet „begrenzter Einfluss durch Corona bei leichtem aber systematischen Anstieg der Infizierungen“ und lässt Unterricht im Allgemeinen an 5 Tagen pro Woche zu, doch Schulkinder aus der zweiten und dritten Stufe des Sekundarunterrichts können im Wechsel eine Woche von zwei in die Schule gehen. Hier steht es Schulen, Schulträgern und/oder den Kommunen frei, wie sie sich organisieren.

„Code rot“ gilt bei ungebremstem Infizierungs-Anstieg, verändert aber nicht so viel im Schulwesen. Hier sollen Kontakte weitestgehend vermieden werden und alle Vorschriften in Sachen Hygiene und soziale Abstände werden verschärft kontrolliert. Allerdings kann hier auch wieder angepasst werden, z.B. mit Systemen von Schul- und Heimunterricht online. „Code grün“, die leichteste Stufe des Systems, gilt erst ab der Verfügbarkeit über einen Impfstoff gegen Covid-19 bzw. bei „Gruppenimmunität“.

In Belgien wollen Bund, Länder und Regionen das Recht auf Bildung für alle möglichst aufrecht erhalten und auf komplette Schulschließungen, wie zu Lockdown-Zeiten, weitgehend verzichten. 

Auch die Unis und die Hochschulen starten mit „Code gelb“

Am Samstag wurde auch bekannt, dass sich das Universitäts- und Hochschulwesen dazu entschlossen hat, nach jetzigem Stand er Dinge im Laufe des Septembers bzw. ab Oktober das neue Unterrichtsjahr erstmal mit „Code gelb“ zu beginnen.

Hier ist geplant, dass die Aulen und die Säle in den Unis zur Hälfte gefüllt werden können und dass jeder Studierende eine Mundmaske tragen muss. Im hiesigen Hochschul- und Universitätswesen bedeutet „Code gelb“ eine Kombination zwischen Präsenz um Hörsaal und Online-Unterricht.

In erster Instanz ist vorgesehen, dass die Städte, Regionen oder Provinzen hier je nach Corona-Entwicklung auf „Code orange“ umschalten können. Ziel ist auch hier: Maximaler normaler Unterricht und online wenn es gerade nicht anders geht.

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