Stad Oostende

Bis Ende September: Kein harter Alkohol mehr an Belgiens Stränden

Seit Freitag ist es entlang der belgischen Nordseeküste verboten, harten Alkohol zu trinken, bzw. dorthin mitzubringen. Dieses Verbot erteilte Westflanderns Provinzgouverneur Carl Decaluwé mit sofortiger Wirkung. Es gilt bis mindestens Ende September. Ausnahmen werden nur bei Strandbars gemacht, die eine entsprechende Ausschank-Konzession haben. Die Krawalle von letzten Wochenende und der Aufruf, nicht hierher zu kommen, sorgt inzwischen für wirtschaftlich negative Auswirkungen an der Küste. 

Provinzgouverneur Decaluwé, der gerade erst aus dem Urlaub zurückgekommen ist, erwirkte dieses Verbot als Folge der gewalttätigen Krawalle, die seit dem vergangenen Wochenende immer wieder von der Küste gemeldet werden. Höhepunkt war eine Massenschlägerei am Strand von Blankenberge am letzten Wochenende. 

Inzwischen wurden übrigens bereits insgesamt 5 der Krawallmacher identifiziert, festgenommen und dem Haftrichter vorgeführt. Drei davon sind Minderjährige. Alle Festgenommenen sind noch immer in U-Haft.

Auch für dieses Wochenende wurde wieder ein Ansturm auf die Strände erwartet, doch Behörden und Polizei wollten dies schon im Landesinneren unterbinden und rieten von Reisen an die Küste ab. Kontrolliert wurde bereits an den Bahnhöfen und an den Zufahrtsstraßen zu den Badeorten. 

Doch ein Run auf die Strände blieb aus und der "Hochdruck-Barometer" meldete für so gut wie alle Orte "Code grün", was soviel wie "hier ist es angenehm gesellig" bedeutet.

Ist der Aufruf der Behörden, nicht zur Küste zu kommen, eine gute Idee?

Für die oben erwähnten Kontrollen setzt Bundesinnenminister Pieter De Crem Bundespolizisten ein, die auch die Einhaltung der Corona-Vorschriften überwachen sollen. Die belgische Bahn hatte für dieses Wochenende einige Sonder- und Zusatzzüge gestrichen und an den Bahnhöfen sollte dafür gesorgt werden, dass in keinem der Züge, die zur Küste (und wieder zurück) fahren, mehr als 80 % der zur Verfügung stehenden Plätze belegt sind.

An diesem Samstag aber sind die Züge bisher höchstens zu 50 % besetzt. Offenbar haben die Ereignisse des letzten Wochenendes viele Tagestouristen abgeschreckt. Dies spüren auch die Küstenbadeorte, die deutlich weniger Tagestouristen begrüßen können. Dieser Trend zeigte sich schon in den vergangenen Tagen. An diesem Samstag kommt auch noch das eher bescheidende Wetter hinzu.

Die Gastronomie und der Einzelhandel an der Küste, und insbesondere in Blankenberge befürchten, dass die Randalierer von letzter Woche für ein schlechtes Image gesorgt haben, was sich seit Tagen an den rückläufigen Umsatz- und Kundenzahlen spüren lassen…  

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