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Vor Belgiens Nordseeküste sorgen Meeresleuchttierchen für ein beeindruckendes Schauspiel

Ein Segler hatte am Samstag vor der belgischen Nordseeküste auffällige orange Flecken an der Wasseroberfläche bemerkt und besorgt die Küstenwache angefunkt, weil er Umweltverschmutzung vermutete. Diese fand jedoch beim Überfliegen des von dem Segler angedeuteten Gebiets eine beeindruckende natürliche Blüte von Meeresleuchttierchen (Noctiluca scintillans) vor. 

Das Gebiet, von dem aus sich dieses Naturphänomen abspielt, befindet sich in der Nähe der Sandbank „Buitenratel“ etwa 16 bis 20 km vor der belgischen Westküste unweit der französischen Grenze. Zunächst rätselten die Küstenwache und die Meeresbiologen darüber, was da los war. Die eher orange Farbe wies nicht auf Öl oder auf eine bekannte Chemikalie hin, doch es wurden auch tote Seevögel gesichtet. Dies ließ zunächst vermuten, dass es sich hierbei um eine natürliche Algenblüte handeln könnte.

Sofort entnommene Wasserproben, die die Schifffahrtspolizei vor Ort nahm, ergaben letztendlich eine natürliche Blüte von Meeresleuchttierchen, in Niederländisch „zeevonk“ genannt, was etwa „Seefunken“ bedeutet.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Meeresleuchttierchen sind nicht parasitierende marine Dinoflagellaten, die zur Biolumineszenz fähig sind, die also leuchten können. Diese Einzeller sind ungiftig, könnten aber Irritation an Haut und Atemwege auslösen, weshalb betroffene Strände nicht selten gesperrt werden müssen. Die Mikroorganismen treten in warmen Monaten z.B. an der Nordseeküste oft in großen Schwärmen auf, verschwinden aber zumeist nach kurzer Zeit wieder. In der Dunkelheit leuchten die Schwärme hell und in unterschiedlichen Farben, wie jetzt eher in orange.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Inzwischen überflogen Rettungshubschrauber der Küstenwache und ein Flugzeug des Königlichen Belgischen Instituts für Naturwissenschaften KBIN das Gebiet und machte dabei auch die hier gezeigten Fotos und Videoaufnahmen. Die orangen Flecken ziehen sich seit Samstag kilometerlang hin und Reste von diesen inzwischen wohl schon absterbenden Organismen könnten in der kommenden Woche auch an den Stränden der Nordsee in Belgien und Frankreich auftauchen. Dieses Phänomen kann mitunter zu einem Sauerstoffmangel im Seewasser führen, was eventuell auch zu einem Fischsterben führen könnte, wie das KBIN dazu erklärt. 

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