Nur jeder 7. Arbeitslose in Belgien ist aktiv auf Suche nach einem Job

Laut einer Studie der OECD zählt Belgien derzeit zu viele Inaktive auf dem Arbeitsmarkt. Dies sind Arbeitslose, die nicht aktiv auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung sind. Stijn Baert, Arbeitsmarktökonom an der Genter Universität (UGent), ist der Ansicht, dass sich Arbeit hierzulande wieder lohnen soll und dass der Unterschied zwischen arbeiten und nicht arbeiten größer gestaltet werden müsse.

In den vergangenen Jahren ist die Arbeitslosigkeit in Belgien dank eines deutlich spürbaren Wirtschaftswachstums signifikant gesunken, dich in den entsprechenden Statistiken wird hierzulande nicht Rechnung mit denen getragen, die keine Arbeit haben und auch keine Arbeit suchen. Und diese Zahl ist laut einer aktuellen Arbeitsmarktstudie der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) in 20 Ländern weltweit höher als der Durchschnitt in den untersuchten Ländern.

Insgesamt soll es sich dabei in unserem Land um rund 1,4 Millionen Menschen zwischen 24 und 64 Jahren handeln, sechsmal mehr als die Zahl derer, die als arbeitsuchend gemeldet sind. Das bedeutet, dass nur etwa jeder 7. Arbeitslose in Belgien effektiv und aktiv auf der Suche nach einem neuen Job ist. 

Arbeiten muss sich mehr lohnen, vor allem für Menschen mit einem niedrigen Bruttolohn.“

Arbeitsmarktökonom Stijn Baert (UGent)

Für den Genter Arbeitsmarktökonomen Stijn Baert (UGent) muss sich Arbeit wieder lohnen: „Wir müssen den Unterschied zwischen arbeiten und nicht arbeiten größer machen. Erst dann wird es interessant, sich wieder auf den Arbeitsmarkt zu begeben. Arbeiten muss sich mehr lohnen, vor allem für Menschen mit einem niedrigen Bruttolohn.“

Wenn sich die Politik damit beschäftige, die Sozialleistungen und die Mindestrenten zu erhöhen, erreicht sie damit das Gegenteil einer Besserung der von der OECD aufgezeigten Situation am Arbeitsmarkt, so Baert: „Arbeitslose müssen dazu gebracht werden, wieder an die Arbeit zu gehen. Das ist vielleicht auch die einzige Art und Weise, die finanziellen Folgen der Coronakrise und der Vergreisung der Bevölkerung zu finanzieren.“ 

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