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Unwetterfolgen: Heftiger Regen sorgt für ein Fischsterben in Schelde und Dender

In den Flüssen Schelde und Dender in der Provinz Ostflandern sterben seit dem Wochenende zahllose Fische. Grund dafür ist eine Verunreinigung der Gewässer durch Brackwasser, dass nach den heftigen Unwettern in die Flüsse fließen. Die Kläranlagen können die Wassermassen nicht fassen, wodurch diese ungefiltert in Schelde und Dender laufen.

Die flämische Wasserstraßenbehörde Vlaamse Waterweg muss dieses Phänomen jedes Jahr wieder beobachten, wie deren Mitarbeiter Lieven Dejonckheere gegen dem VRT-Sender Radio 2/Ostflandern sagte: „Das ist ein typisches Phänomen, nach dem es nach einer anhaltend trockenen Periode stark geregnet hat und es ist sehr lokal.“

So sterben Fische in der Schelde quasi nur in der Umgebung von Kluisbergen in der Nähe der dortigen Schleuse und des Jachthafens. An der Dender wird Fischsterben auf 3 km zwischen der Kläranlage in Hofstade und der Schleuse in Denderbergen festgestellt.

Durch die Verschmutzung durch ungeklärtes Wasser nimmt der Sauerstoff in den Gewässern ab, wodurch die Fische keine Luft mehr bekommen. Das betrifft offenbar nicht nur kleine Fische, sondern auch große Karpfen, wie Dejonckheere bemerkt.

Gegenmaßnahmen

Inzwischen pumpen Vlaamse Waterwegen und die Feuerwehr Luft und frisches Wasser dort, wo die Verschmutzung und das Fischsterben am größten sind (Foto oben). Die toten Fische werden abgeschöpft und von einem Unternehmen, dass Tierkadaver verarbeitet, abtransportiert.

Vorherige Vorfälle

An der Schelde ist dies das zweite Fischsterben in diesem Jahr. Im April starben tausende Fische nach einem Deichbruch in Nordfrankreich, wodurch enorme Mengen an verrotteten Zuckerrüben in den Fluss gerieten. Auf flämischer Ebene wurde damals ein enormer Aufwand an den Tag gelegt, um Schlimmeres zu vermeiden.

Erst in der vergangenen Woche sorgten Hitze, Trockenheit, Sauerstoff verbrauchende Algen und niedrige Wasserpegel für ein Fischsterben in Teichen und Grachten in der Umgebung von Merksem in der Provinz Antwerpen (Foto unten). Lokal ging der Sauerstoffgehalt an einigen betroffenen Stellen gegen 0 %, so die flämische Landesbehörde für Natur und Wald. 

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