Zahl der Corona-Infizierungen leicht gesunken - Sind Speicheltests eine Alternative?

Die Zahl der neuen Corona-Infizierungen ist in Belgien zum ersten Mal seit längerem leicht gesunken, teilt das staatliche Gesundheitsamt Sciensano mit. Doch die Krankenhausaufnahmen und die Sterbefälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus steigen weiter an. Der flämische Mikrobiologe Herman Goossens plädiert für Speicheltests, gerade auch im Hinblick auf den Schulanfang in unserem Land am 1. September.

Die Zahl der Infizierungen mit dem Coronavirus Covid-19 ist im 7-Tage-Messzeitraum von 7. bis zum 13. August zum ersten Mal seit längerem gesunken. Pro Tag infizierten sich hierzulande 574 Personen täglich im Durchschnitt, 5 % weniger als im Messzeitraum davor. Die steigende Kurve in diesem Hinblick schwächt schon seit einigen Tagen ab. Am Sonntag betrug der Anstieg im Wochenvergleich nur noch 1 %.

Die belgienweiten Zahlen werden derzeit von zwei Standortfaktoren beeinflusst: Von den deutlich sinkenden Infizierungen im Raum Antwerpen, aber auch von den steigenden Werten in der Region Brüssel-Hauptstadt. Es ist durchaus im Bereich des Möglichen, dass Brüssel die Entwicklung negativ beeinflussen kann, so Sciensano.

Die Zahl der Corona-Patienten, die im Krankenhaus behandelt werden müssen, steigt allerdings in Belgien ebenso weiter an, wie auch die der Sterbefälle. Im Wochenvergleich wurden durchschnittlich 7 Patienten pro Tag in Kliniken aufgenommen, fast ein Drittel mehr als davor. Die Zahl der Sterbefälle verdoppelte sich im 7-Tage-Vergleich auf 8 verstorbene Corona-Patienten täglich.

Insgesamt haben sich seit dem Ausbruch der Corona-Epidemie in Belgien 78.323 Personen mit dem Virus angesteckt und 9.939 Corona-Patienten starben hierzulande an den Folgen von Covid-19.

Mikrobiologe: Einfache Speicheltests könnten nützlich sein

Der Mikrobiologe Herman Goossens (Foto unten) von der Antwerpener Universität (UA) plädiert für die Einführung von neuen und einfachen Tests, die ab Herbst dabei helfen könnten, die Bevölkerung auf umfassenderer Ebene zu testen. Dabei handelt es sich um Speicheltests, wie sie in den USA bereits zur Anwendung kommen, so Goossens:

„Es liegt zwar keine 100 Prozentige Sicherheit über die Korrektheit solcher Tests vor, doch es würde mich sehr überraschen, wenn sie nicht korrekt sind. Diese Tests sind günstig, einfach auszuführen und man braucht weniger Personal dazu, also keine Ärzte und kein Pflegepersonal,“ so der Mikrobiologe.

Laut Goossens gibt es auch sogenannte „swap tests“ bei denen sich die Leute selbst ein Wattestäbchen in die Nase einführen können, um Schleim abzusondern oder eben Speicheltests, bei denen man auf ein Schwämmchen kauen kann oder bei denen man seinen Speichel in einen Behälter spucken soll.

„Vor allem die Speicheltests haben Vorteile beim Testen von Kindern, zum Beispiel in Schulen“, so Goossens weiter: „Die aktuellen Tests sind sehr unangenehm und manchem tun sie weh, zumal bei kleinen Kindern. Dann sind Speicheltests eine ideale Alternative und man kann umfassend testen. Das wird sowieso notwendig sein, denn im nächsten Herbst und Winter springen wir wieder von Virus zu Virus.“ 

Herman Goossens

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