HANS PUT

Die Baupläne aller Zechen und Bergbaustandorte in Limburg werden digitalisiert

Die Abteilung innerhalb der Kultur- und Denkmalschutzbehörde, die sich mit der Bergbaugeschichte in der flämischen Provinz Limburg beschäftigt, arbeitet daran, alle zur Verfügung stehenden Baupläne der verschiedenen Standorte zu digitalisieren. Damit sollen diese Pläne für die Geschichtsforschung besser zugänglich gemacht werden. Solche Pläne können auch bei der Restaurierung der Zechenanlagen in Beringen helfen. Die flämische Landesregierung macht weitere Mittel frei, um die Restaurierung des Standortes abschließen zu können.

In der früheren flämischen Bergbauprovinz Limburg wurde an insgesamt 6 Standorten Kohle abgebaut, doch die Zahl der Baupläne ist viel größer, denn an diesen Standorten wurde stets gebaut, z.B. immer wieder neue Stollen erweiterten die Anlagen. Und viele der Pläne betreffen auch die Bergbausiedlungen für die limburgischen Kumpel.

Kathleen Vandenbranden (Foto unten) vom Kulturerbe-Zentrum Bergbau spricht von regelrechten Schätzen, die auf dem Speicher liegen: „Es ist ein einmaliges Archiv, denn wir verfügen über alle Baupläne der 6 Bergbaustandorte in Limburg. In jeder Mappe, die ich öffne, finde ich wieder neue Juwelen.“

Das Archiv ist tatsächlich enorm, wie Kathleen Vandenbranden feststellt: „Wir schätzen, dass das hier um etwa 250.000 Pläne geht. Dabei handelt es sich nicht nur um Pläne für Industriegebäude, sondern auch für Wohnungen oder für die soziale Infrastruktur. Ich habe sogar eine Zeichnung für einen Windhahn für eine Kirche entdeckt.“

Die Digitalisierung schreitet fort und in den kommenden Monaten sollen die wichtigsten Pläne gescannt sein: „Das ist auf Ebene des Kulturerbes für ganz Flandern und auch für die Euregio Maas-Rhein sehr interessant. Damit kann jeder die Pläne konsultieren. Das ist z.B. auch interessant für Leute, die eine Bergbauwohnung renovieren möchten.“ 

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

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Flämische Mittel für den historischen Bergbaustandort Beringen

Inzwischen wurde auch bekannt, dass Flandern die Endphase der Restaurierung des Bergbaustandorts Beringen (Fotos unten) fördern wird. Matthias Diependaele (N-VA), Landesminister für Kulturerbe, macht für dieses Projekt weitere 4,2 Mio. € frei. Die Zechenanlagen von Beringen sind die größte denkmalgeschützte Industrieanlage in ganz Flandern.

Hier sind alleine rund 100.000 m² an historischer Gebäudefläche vorhanden und dieser Standort ist europaweit von Belang. Hier sind auf 32 Hektar Fläche nicht nur Gebäude, sondern auch noch zahlreiche Maschinen und andere technische Anlagen erhalten geblieben. Dazu gehört auch die alte Kohlenwäscherei, die zu den mit EU-Mitteln restaurierten Projekten von Europa Nostra gehören und deren Abriss lange zur Debatte stand. 

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