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Nur die Hälfte der Rückkehrer aus einer "roten Zone" lässt sich auf Corona testen

Nach Angaben von Bundesminister Philippe De Backer (Open VLD), der auch für die Versorgung der staatlichen Behörden mit medizinischen Material zur Bekämpfung der Corona-Epidemie und für die Organisation der entsprechenden Testkapazitäten zuständig ist, gab an, dass sich bei weitem nicht alle Rückkehrer aus Corona-Hotspot-Regionen bei der Ankunft in unserem Land testen lassen. Rückkehrer, die sich keinem Coronatest unterziehen, riskieren hohe Bußgelder.

Auch wenn dies in unserm Land eine Pflicht ist, lässt sich nur etwa jeder zweite Belgier oder in Belgien lebende Bürger auf Covid-19 testen, wenn er aus einer „roten Zone“ zurückkehrt. Dies ist aus Zahlen ersichtlich, die Minister De Backer am Dienstag dem parlamentarischen Gesundheitsausschuss der Ersten Kammer vorlegte.

Pflicht

Eigentlich sind die Reisewarnungen des belgischen Außenamtes deutlich: Reisen in Europa sind möglich, doch Reisen in als „rote Zonen“ gekennzeichnete Regionen sind untersagt. Wer sich trotzdem dort aufhält oder aufhalten muss - aus welchen Gründen auch immer, der ist dazu verpflichtet, sich bei seiner Rückkehr nach Belgien auf das Coronavirus testen zu lassen und sich danach 9 Tage lang in Quarantäne zu begeben.

Regionale Unterschiede

Doch daran halten sich viele Landsleute nicht. Nach Angaben De Backers unterlässt dies etwa jeder zweite Betroffene. Dies hat auch regionale Unterschiede. Während sich die Flamen eher testen lassen, tun dies deutlich weniger Wallonen und Brüsseler, wie die Statistiken ergeben.

Der Minister erinnert daran, wie wichtig diese Tests sind und er will, dass die regionalen Kontakt-Verfolger Betroffene daran innerhalb von zwei Tagen nach ihrer Rückkehr - so sie denn bekannt ist - daran erinnert. Bisher, so die Statistik, sind 2 % aller Tests von Reiserückkehrern aus „roten Zonen“ positiv ausgefallen.

Strafen

Das belgische Wirtschaftsblatt De Tijd meldet am Mittwoch, dass Personen, die sich nicht testen lassen, ein Bußgeld von zwischen 200 und 4.000 € riskieren. Auch Haftstrafen von 8 Tagen bis zu einem halben Jahr seien möglich. Dieser Bericht wurde VRT NWS gegenüber aus dem Kabinett von Minister De Backer bestätigt. 

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