C-mine in Genk zeigt einzigartige Bilder des bekannten Fashion-Fotografen Tim Walker

Nachdem die opulente Bildershow des berühmten Fashion-Fotografen Tim Walker zuerst im Victoria & Albert Museum in London zu sehen war, ist „Wonderful Things“ jetzt in greifbare Nähe gerückt und im Kunst- und Kulturzentrum C-mine in Genk zu sehen. In Walkers Welt explodieren Farben und Kreativität. Ein Hauch von Dekadenz und eine Prise Humor sind in seinen kurios inszenierten Fotos allgegenwärtig. 

25 Jahre jung war der Brite Tim Walker, als die Vogue ihn für ein Fotoshooting engagierte und seine Bilder auf ihre Hochglanzseiten abdruckte.

Seitdem hat der heute 50-Jährige mit vielen Berühmtheiten aus Kunst, Film und Medien zusammengearbeite. Walker porträtierte u. a. den Filmemacher David Attenborough, die Schauspielerin Tilda Swinton (Bild unten, großes Porträt  Mitte), das Künstlerduo Gilbert & George oder noch TV-Serienheld Cillian Murphy aus Peaky Blinders. In jedem Porträt gelingt es ihm, sich eine Geschichte zu seinem Subjekt auszudenken und oftmals eine Merkwürdigkeit herauszustreichen.

Obwohl er als Modefotograf gefragt ist, wird das Designer-Outfit, das er zu fotografieren hat, oftmals zum Beiwerk.

Für seine opulenten Inszenierungen vor der Kamera greift Tim Walker häufig auf Elemente aus der Kunst zurück. Für Wonderful Things fand er seine Inspiration im Fundus des Victoria-&-Albert-Museums, in dem er zwischen 2,3 Millionen Objekten stöbern durfte.

So inspirierte ihn eine mit Drachen verzierte chinesische Schnupftabakdose zu extravaganten Bildern in Rot und Grün. Eine indische Schachfigur brachte ihn auf eine farbenprächtige Fotoserie über die Hitzewelle auf dem Land in Großbritannien. Eine Kopie des weltberühmten Wandteppichs von Bayeux bringt ihn auf die Idee, Ritter aufzustellen, gegebenenfalls mit Staubsauger statt mit Lanze  (Foto oben).

„Seine Fotos sind surrealistisch, poetisch, erfinderisch und sehr sehr farbenfroh. Er inszeniert sie in echten Kulissen, in denen er seine Modelle aufstellt. Photoshop kommt ihm nicht in die Tüte”, unterstreicht Jo Klaps, Szenograf der Ausstellung in C-mine auf dem ehemaligen Zechengebäude in Genk.

„Wonderful things” führt den Besucher in Räume mit einem jeweils eigenen Charakter, mit speziellen Dekors, Musik- und Klanglandschaften. Insgesamt sind in C-mine 270 Fotos von Walker ausgestellt. Es handelt sich hier nicht um eine Kopie der Bildershow im Londoner V&A-Museum, sagt die Stadträtin für Kultur Anniek Nagels (CD&V): „Sie ist auf die Räumlichkeiten dieses industriellen Kulturerbes abgestimmt. Und das funktioniert ganz wunderbar. 

Öffnungszeiten und andere wichtige Infos

Mit der Ausstellung ist ein umfassendes Programm aus geführten Besuchen, Vorlesungen, Filmen und Events verbunden. Alle Informationen zu den Besuchszeiten, Reservierungen und Corona-Vorschriften sind auf der deutschsprachigen Webseite von c-Mine zu finden.

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