Gedenkfeier in Hasselt: Vor 25 Jahren wurden An und Eefje von Dutroux entführt

Am 23. August 1995 verschwanden die beiden Freundinnen An Marchal und Eefje Lambrecks spurlos nachdem sie in Oostende an einer Hypnoseshow teilgenommen hatten. Ein Jahr später wurden die Leichen der beiden limburgischen Mädchen in Charleroi entdeckt. Sie waren Opfer des Serienmörders Marc Dutroux geworden. 

In der limburgischen Provinzhauptstadt Hasselt hat am Sonntagmorgen eine Gedenkfeier für An und Eefje stattgefunden. 25 Jahre, nachdem die Mädchen in Oostende von Marc Dutroux entführt worden waren, wie sich ein Jahr später bei den Ermittlungen nach anderen Entführungsopfern herausstellen würde. In Charleroi fand die Polizei 1996 zuerst die noch lebenden Dutroux-Opfer Sabine und Laetitia. Wenige Tage später wurden die Leichen der jüngsten Opfer, Julie Lejeune und Mélissa Russo, in Sars-la-Buissière bei Charleroi gefunden. An und Eefje wurden am 3. September in Jumet gefunden.

Bei der Gedenkfeier in Hasselt rief der Vater von An Marchal alle Opfer von Gewalt auf, von sich hören zu lassen. Als Opfer habe man das Recht, zu schreien, anzuklagen, zu weinen und Fehler zu machen.“

 

Als Gesellschaft ist es wichtig, kurz innezuhalten, sagte Paul Marchal gegenüber Radio 1: „Damit auch die folgenden Generationen Lehren aus der Vergangenheit ziehen können.“

Es falle ihm aber auch nach 25 Jahren noch schwer, über diese Dinge zu sprechen, sagte der Vater von An Marchal: „Ich hätte nicht gedacht, dass es die sprichwörtliche Wunde, die aufgerissen wird, auch tatsächlich gibt.“

Marchal erinnerte auch an die vielen Dinge, die sich im Zuge des Dutroux-Falls geändert habe: die Reform von Polizei und Justiz, die Einrichtung der Opferhilfe und der Stiftung für vermisste und ausgebeutete Kinder, Child Focus.

Dutroux eines Tages wieder frei?

Schockiert reagierte Paul Marchal auf die Bemühungen des Anwalts von Marc Dutroux, diesen frühzeitig aus der Haft freizubekommen. Auch die vorzeitige Haftentlassung der Dutroux-Komplizen Michelle Martin – seine Frau kam nach 16 Jahren vorzeitig frei – und Michel Lelièvre – sein Helfer wurde im Dezember 2019 vorzeitig entlassen – kann nicht auf Verständnis des Vaters der ermordeten An rechnen.

Der ehemalige Justizminister Stefaan De Clerck sagte in diesem Zusammenhang, er könne sich nicht vorstellen, dass dieser jemals aus dem Gefängnis entlassen würde. Dutroux stelle noch immer eine Gefahr für die Gesellschaft dar.

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