Auch in Belgien infizierte sich ein ex-Coronapatient zum zweiten Mal mit dem Virus

Nach einem entsprechenden Fall in Hongkong wurde am Montag auch in Belgien eine zweite Corona-Infizierung bei einer genesenen Person festgestellt, die schon einmal infiziert war. Für den Virologen Marc Van Ranst (Uni Löwen - Foto) ist dies keine gute Nachricht, wie er gegenüber unseren Kollegen des Privatsenders VTM sagte.

In der VRT-Sendung „Terzake“ („Zur Sache“) ging Van Ranst am Montagabend näher auf diesen Fall ein: „Es handelt sich hier im eine Frau, die sich drei Monate nach ihrer ersten Infizierung ein zweites Mal angesteckt hat. Wir haben das Virus in beiden Fällen genetisch analysieren können und haben ausreichend Hinweise darauf, dass es sich um einen zweiten Stamm handelt.“

Van Ranst befürchtete am Montagabend, dass sich nach Honkong und Belgien weitere solche Fälle zeigen werden, was sich am Dienstag nach der Meldung einer weiteren zweiten Infizierung in den Niederlanden bestätigte.

Trotzdem geht der Virologe von Ausnahmen aus: „Vielleicht wird es noch mehr Fälle geben, bei denen Betroffene nach 6 oder 9 Monaten das gleiche noch einmal durchmachen müssen. Das dies möglich sein kann, wissen wir von anderen Viren, die die Atemwege angreifen.“

Sicher ist aber, dass sich die Symptome bei den beiden ersten Fällen in Belgien und in Hongkong jeweils als milde erwiesen haben: „Sie sind niemals hospitalisiert gewesen. Vielleicht haben sie dadurch nicht ausreichend Antikörper bilden können, um die Krankheit ein zweites Mal aufhalten zu können.“

Diese Entwicklung könnte nach Ansicht von Van Ranst auch Auswirkungen bei der Entwicklung eines Impfstoffes haben: „Man hofft bei einem Impfstoff doch, dass er doch mindestens für ein Jahr Schutz bietet. Wir hätten lieber gesehen, wenn die Zeitspanne zwischen zwei Infizierungen länger gewesen wäre.“ 

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