Corona: Deutschland warnt vor Reisen nach Brüssel

Das Außenministerium der deutschen Bundesregierung stuft die belgische Hauptstadt Brüssel als Corona-Risikogebiet ein und warnt seit dem Wochenende vor Reisen dorthin. Für die meisten Reisenden gelten damit Test- und Quarantänepflichten, doch für Diplomaten und Politiker werden Ausnahmen gemacht. Brüssel hat sich in den vergangenen Tagen zu einem neuen Hotspot für Corona-Infektionen entwickelt. 

Das Auswärtige Amt in Berlin weitete seine Reisewarnung für Belgien auf die Hauptstadt Brüssel aus. Innerhalb von 7 Tagen habe es dort mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gegeben, hieß es zur Begründung. Das Robert Koch-Institut führt die Region Brüssel als Risikogebiet. Vor nicht notwendigen touristischen Reisen nach Brüssel wird deshalb gewarnt.

Durch diese Reisewarnung sind Reisende, die ab jetzt aus Brüssel kommend in Deutschland einreisen, zu einer 14-tägigen Quarantäne verpflichtet, es sei denn, sie legen einen negativen Corona-Test vor. Die deutschen Behörden warnen bereits seit Anfang August vor Reisen in die Provinz Antwerpen. Alle anderen belgischen Regionen sind laut Auswärtigem Amt aufgrund niedrigerer Infektionszahlen vorerst nicht betroffen.

Deutschland führt derzeit den EU-Ratsvorsitz

Brüssel zieht viele Touristen an - auch aus Deutschland, ist aber als EU-Hauptstadt auch ein wichtiges Ziel von Politikern, Journalisten und Diplomaten. Auch wenn derzeit auf EU-Ebene Sommerpause ist, müssen informelle Sitzungen stattfinden, die Deutschland, als das Land, dass derzeit die EU-Ratspräsidentschaft führt, organisiert.

In der kommenden Woche finden solche Treffen der Verteidigungsminister und der Außenminister statt, die allerdings nach Berlin verlagert wurden. Kurz vor Bekanntgabe der neuen Reisewarnung des Außenamtes in Berlin für Brüssel passten einige Bundesländer ihre Ausnahmeregelungen für Diplomaten und Personen, „deren Tätigkeit für die Funktionsfähigkeit europäischer Institutionen notwendig ist“, an.

Von der Quarantäneregelung nicht ausgenommen sind allerdings akkreditierte Journalisten, z.B. solche, die über die eigentlich für Brüssel geplanten Treffen von dort aus berichten sollen. Wollen diese nach Berlin reisen, müssen sie einen negativen Coronatest vorlegen, was angesichts der in Brüssel herrschenden Engpässe der Testkapazitäten kein leichtes Unterfangen darstellt.

(Quellen: tagesschau.de, dpa, Reuters) 

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