Kampf gegen Corona: Brüssel legt Fokus auf Sensibilisierung, Begleitung und Kontrolle

Ganz langsam sinken auch die Neu-Infizierungen mit Covid-19 in der Hauptstadt-Region Brüssel, doch die belgischen Gesundheitsbehörden bleiben vorsichtig. In den kommenden Tagen und Wochen werden noch sehr viele Brüsseler aus Risikoländern heimkehren, z.B. Einwandererfamilien, die ihre Heimat besucht haben. Deren Kinder werden ab Anfang September auch wieder zur Schule gehen. Hier ist jetzt umfassendes Sensibilisieren angesagt und dem stellen sich die Behörden. 

In Belgien werden die Corona-Statistiken im 7-Tage-Rhythmus analysiert und für die Region Brüssel-Hauptstadt wurden im Messzeitraum 15. bis 21. August insgesamt 856 neue Corona-Infizierungen ermittelt. Das entspricht einem Rückgang um 2 % gegenüber dem Messzeitraum davor.

Inzwischen liegt auch der sogenannte „R-Wert“, also der Wert, der bestimmt, wie viele Personen ein Infizierter anstecken kann, unter 1. Dies stellt einen Status Quo dar, denn die Zahlen steigen hier nicht mehr, doch sie gehen auch noch nicht signifikant nach unten.

Kurz vor dem neuen Schuljahr

Angesichts dessen bleiben die Gesundheitsbehörden wachsam, denn die Zahl der positiven Tests liegt hier bei durchschnittlich 122 Fällen täglich. Und nur etwa 40 % der Rückkehrer aus einer Risikoregion nach Brüssel lassen sich derzeit überhaupt nur auf Corona testen. Und so kurz vor dem Beginn des neuen Schuljahres kommen noch viele Brüsseler wieder aus dem Urlaub oder vom Heimatbesuch zurück - nicht selten auch aus „Roten Zonen“.

Das betrifft z.B. die klassischen Brüsseler Einwandererviertel Brüssel-Stadt, Schaarbeek, Sint-Jans-Molenbeek, Sint-Joost-ten-Node und Evere. Die Lage hier unter Kontrolle zu halten, ist die Priorität der regionalen Gesundheitsinspektion, die hierzu die Initiative ergriffen hat.

Brüssel setzt auf Begleitung und Sensibilisierung

Inge Neven, die Direktorin der Brüsseler Gesundheitsinspektion, stellte gegenüber VRT NWS den Plan vorn der dabei zum Tragen kommt: „Wir haben gemeinsam mit fünf Gemeinden einen Sensibilisierungsplan aufgestellt. Wir werden den Leuten dabei  helfen, ihre Registrierungsformulare auszufüllen, wenn sie länger als 48 Stunden in einer Risikozone gewesen sind. Wir setzen also auf Begleitung. Jeder, der aus einer ‚Roten Zone‘ zurückkehrt, muss in Quarantäne gehen, ungeachtet des Testresultats. Die Gemeinden werden den Betroffenen dabei helfen, durch diese schwierige Lage zu kommen. Auch Kinder, die nicht zur Schule gehen können, werden betreut.“  

Information und Kontrollen

Die Brüsseler Gemeinden und die Gesundheitsbehörde werden an den wichtigsten Bahnhöfen und Haltestellen des regionalen öffentlichen Nahverkehrs - sprich bei Bus- und Tramhaltestellen - und in Bussen und Bahnen Flyer und Infobroschüren verteilen, in denen oft gestellte Fragen zum Thema Corona und zu den Risikogebieten beantwortet werden.

Brüssel bittet übrigens in diesem Zusammenhang die belgischen Bundesbehörden darum, mehr Grenzkontrollen durchzuführen - z.B. auch in Zügen und an den Grenzübergängen, damit mehr Menschen dazu verpflichtet werden können, die entsprechenden Rückreise-Dokumente auszufüllen. Ob es dazu kurzfristig kommen wird, ist allerdings unklar. 

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