Unterschlagung: Haft auf Bewährung für Pastor, Dekan und Schatzmeister einer Pfarre in Tienen

Das Strafgericht von Löwen (Flämisch-Brabant) hat den Dekan, den Pastor und den Kassierer der Heilig-Hartparochie (Foto), einer Pfarre in Tienen (ebenfalls Flämisch-Brabant), jeweils zu drei Monaten Haft auf Bewährung und zur Zahlung einer Geldbuße verurteilt. Das Trio hat jahrelang Gelder aus der Kasse der Pfarre unterschlagen und für persönliche Zwecke genutzt.

Das Gericht warf den drei Angeklagten Vertrauensbruch in Zusammenhang mit deren Funktion innerhalb ihrer Pfarre in Tienen vor. Sie hatten im Laufe von etwa 8 Jahren rund 35.000 € aus der Kasse der Pfarre entwendet und für persönliche Anschaffungen genutzt. Das entwendete Geld kam aus Spenden der Gläubigen im Rahmen von Beerdigungen, Hochzeiten oder auch bei Messen.

Doch irgendwann stellten Mitglieder des Kirchenrates der Heilig-Hartparochie fest, dass es in der Kassenführung Unregelmäßigkeiten gab und dass Einnahmen und Spenden nicht auf das Konto der Pfarre eingezahlt worden waren. Die Schuldigen waren rasch ausgemacht und wurden angezeigt.

Das Gericht verschonte die drei Angeklagten nicht und verurteilte sie zu jeweils drei Monaten Haft auf Bewährung und zur Zahlung einer Geldbuße von je 600 €. Die Strafe fiel deutlich aus, weil sich das Trio sowohl als uneinsichtig zeigte, als auch über ein deutlich fehlendes Verständnis für gesellschaftliche Normen und Werte verfügt, so das Gericht.

Die Bewährung wurde nur gewährt, weil sich die Angeklagten bisher juristisch nichts zuschulden haben kommen lassen. Aber, der Dekan, der Pastor und der Kassierer müssen ihrer Pfarre die unterschlagenen Gelder zurückzahlen. 

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