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Ypern: "Beim Wiederaufbau nach dem Ersten Weltkrieg sind viele Fehler gemacht worden"

In Ypern in Westflandern werden der Belfried und die Lakenhalle einer umfassenden Restaurierung unterzogen. Dazu wird derzeit ein Betonsockel gegossen, damit dort ein großer Kran stehen kann, von dem aus am Turm gearbeitet werden soll. Beide Gebäude wurden im Ersten Weltkrieg völlig zerstört und danach wieder aufgebaut. Doch dabei wurde offenbar vieles falsch gemacht und seitdem sind kaum nennenswerte Arbeiten an den Bauten vorgenommen worden.

Die Restaurierungsarbeiten am Belfried und an der Lakenhalle im Zentrum der westflämischen Stadt Ypern, die noch heute ein Symbol für die Zerstörungen durch die Kampfhandlungen während des „Großen Krieges“ ist, sind diese Woche offiziell gestartet. Beim Wiederaufbau nach dem Ersten Weltkrieg musste improvisiert werden, was heute einige Probleme zutage fördert.

„Eine Renovierung ist jetzt wirklich notwendig“, sagt Philip Bolle (SP.A), Yperns Schöffe für das Kulturerbe: „Wir müssen unter anderem einige Konstruktionsfehler in Angriff nehmen. Diese Fehler wurde damals gemacht, weil man mit neuen Techniken gearbeitet hat. Beton war damals neu für diese Zeit. Die Fehler wurden sowohl in der Zusammenstellung, als auch in der Verwendung davon begangen. Im Turm des Belfrieds wurde damals Holz verwendet, das nicht von bester Qualität war. Dadurch haben wir heute viele Probleme.“

Die Restaurierungsarbeiten werden wohl mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Seit dem Wiederaufbau in den 1920er Jahren sind an den weltbekannten Gebäuden kaum nennenswerte Renovierungen vorgenommen worden. Für die Stadtverwaltung von Ypern war es also an der Zeit, etwas zu unternehmen, bevor es zu großen Problemen kommen wird. 

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Die Lakenhalle von Ypern brannte während des Ersten Weltkriegs völlig aus
Ypern am Ende des Ersten Weltkriegs

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