Ein Minensucher der belgischen Marine

Die belgische Marine wertet den Standort Ostende wieder auf

Die belgische Marine hat im Hafen von Ostende Großes vor. Bis 2025 wird hier ein Ausbildungszentrum für alles, was mit dem Aufspüren von Minen zu tun hat, eingerichtet. Die Kaserne „Bootsmann Jonsen“ wird zu diesem Zweck ausgebaut. Nebenbei wird auch die Armee-eigene Drohnenwerkstatt „Belgian Naval and Robotics“ im Hafen von Ostende angesiedelt.

Früher war Ostende einmal ein wichtiger Standort für die belgische Marine, doch heute ist hier nur noch die Ausbildungszentrum der belgisch-niederländischen Minensucherschule anwesend. Doch jetzt will die Marine den Standort Ostende deutlich aufwerten. In den kommenden Jahren wird alles, was mit dem Thema Minensuche zu tun hat, hier angesiedelt. Alle Ausbildungen werden in Zukunft hier konzentriert und auch die Wartung der Minensuchboote wird vom Hafen Zeebrügge aus nach Ostende verlegt.

Die Wahl der Marine fiel auf Ostende aufgrund von mehreren Faktoren. Zum einen liegt der Teil des Hafens, den die Marine nutzt, sehr nah an der Nordsee. Das bedeutet, dass alles, was theoretisch während der Ausbildung gelernt wird, auch direkt und auf kurzem Wege in der Praxis umgesetzt werden kann.

Zum anderen aber fällt die Wahl auf die alte Hafenmetropole, weil dort auch die Wissenschaft zuhause ist. Die Universität von Gent (UGent) hat hier ihre Fakultät „Bluebridge“ zum Thema Meeresforschung und das „Flämische Institut für die See“ (VLIZ) arbeitet von Ostende aus.

Drohnen

Da die Marine auch ihre eigene Drohnenfabrik „Belgian Naval and Robotics“ an einem Standort konzentrieren will, liegt es ebenfalls nahe, damit nach Ostende zu kommen, denn gerade die Tatsache, dass die UGent und das VLIZ hier zugegen sind, kann die wissenschaftliche Zusammenarbeit fördern.  

Belgiens neuer Marine-Stabschef, Kapitän zur See Jan De Beurme will, dass die neue „Naval Academy“ eine Referenzeinrichtung für die Minensuche und die Drohnen der Armee wird: „Ziel ist, dass die Ausbilder und Dozenten nicht nur Rekruten unterrichten, sondern auch Zivilisten. So werden wir eigentlich ein Innovationspool in Ostende für alles, was mit Drohnen zu tun hat. Und wir werden nicht nur mit den klassischen Unterrichtssystem arbeiten, sondern auch mit Onlinekursen.“

Noch laufen die Gespräche zur Planung der Einrichtung, doch laut Kapitän De Beurme „weisen alle Nasen in die gleiche Richtung.“  

Im Hafen von Ostende
PortOostende

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