"Gefahr für die Gesellschaft": Belgiens Bundespolizei geht gegen "Fake News" zu Corona im Internet vor

Die belgische Bundespolizei hat eine Einheit aus 21 Beamten gebildet, die sich auf die Suche nach virtuellen Lügen zum Thema Coronavirus im Internet macht. Solche sogenannten „Fake News“ würden eine Gefahr für die Gesellschaft darstellen, hieß es dazu. Eine Reportage der flämischen Tageszeitung Het Nieuwsblad stellt fest, dass gerade während des Lockdowns besonders viele falsche und gefährliche Meldungen zu Covid-19 im Netz unterwegs waren.

„Fake News“ und Corona gehören im Internet derzeit untrennbar zusammen. Schon seit einiger Zeit geht die belgische Bundespolizei dagegen vor. Die Einheit der Polizei, die gegen Kriminelle im Internet ermittelt, besteht bereits seit 2016, doch jetzt wurde intern eine weitere SOKO gebildet, die aus 21 Beamten besteht und die konkret gegen „Fake News“ zur Coronakrise in Belgien vorgeht. „Hier handelt es sich oft um falsche Meldungen und Berichte, die zumeist in den sozialen Medien zu lesen sind. Das stellt eine Gefahr für die Gesellschaft und für die Bevölkerung dar und wir versuchen, solche Meldungen löschen zu lassen“, sagte Alain Luypaert, der Leiter der neuen SOKO dazu.“

Hier handelt es sich oft um falsche Meldungen und Berichte, die zumeist in den sozialen Medien zu lesen sind. Das stellt eine Gefahr für die Gesellschaft und für die Bevölkerung dar und wir versuchen, solche Meldungen löschen zu lassen.“

Alain Luypaert, Leiter der SOKO "Fake News Corona"

Luypaert ging auf die Inhalte, die im Netz zur Coronakrise verbreitet werden, gegenüber VRT NWS näher ein: „Während des Lockdowns wurden viele falsche Berichte veröffentlicht, z.B. über den Einfluss des 5G-Netzes auf die Verbreitung des Virus oder zu seltsamen Mitteln und Behandlungen, mit denen man gegen Corona vorgehen könne. Wir analysieren den Inhalt und stellen fest, ob ein solcher Bericht Schaden anrichten kann.“

Während des Lockdowns wurden viele falsche Berichte veröffentlicht, z.B. über den Einfluss des 5G-Netzes auf die Verbreitung des Virus.“

Alain Luypaert, Leiter der SOKO "Fake News Corona"

Die neue SOKO ging auch schon gezielt gegen sogenannte „Corona Challenges“ vor. Dabei wurde z.B. in den sozialen Netzwerken dazu aufgerufen, Bildschirme von Bankautomaten oder Klodeckel abzulecken, um zu sehen, ob man sich jetzt angesteckt hat oder nicht: „Solche Probleme finden wir bei Jugendlichen. Wir greifen dann sofort ein.“ Aber, „Fake News“ stellen keine strafbare Handlung dar, so Luypaert: „Dazu ist im Gesetz nichts vorgesehen. Das einzige, was wir tun können, ist dafür zu sorgen, dass solche Berichte gelöscht werden.“

Seit Beginn der Corona-Epidemie in Belgien im Frühjahr sind den Behörden in unserem Land rund 450 als gefährlich eingestufte Berichte auf Plattformen in den sozialen Medien, wie Facebook oder Twitter gemeldet worden. Nach Angaben der belgischen Bundespolizei wurden 237 dieser Berichte im Netz gelöscht. 

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