MP Jan Jambon klärt, was nach dem tödlichen Zwischenfall auf dem Flughafen Charleroi geschah

Flanderns Ministerpräsident Jan Jambon (flämischer Nationalist, N-VA, Foto) hat bestätigt, dass er vor zwei Jahren nach dem Vorfall auf dem Flughafen Charleroi, der zum Tod eines slowakischen Geschäftsmannes führte, ein kurzes Gespräch mit dem slowakischen Botschafter Vallo geführt hat.

Jozef Chovanec starb 2018 nach einem brutalen Einsatz belgischer Polizeibeamter in einer Polizeizelle auf dem Flughafen.  Damals war Jambon noch belgischer Bundesinnenminister. In einem Fernsehinterview hatte er erst behauptet, noch nie von dem Fall gehört zu haben.

Am Samstagnachmittag hat MP Jambon während einer kurzen Pressekonferenz in seiner Heimatgemeinde Brasschaat (Provinz Antwerpen) das richtig gestellt. Er habe ein, wie er es nannte, "kurzes Folgetreffen" mit dem slowakischen Botschafter gehabt.  Der flämische Ministerpräsident sagte, dass es ihm zu diesem Zeitpunkt nicht erlaubt war, dem Botschafter zusätzliche Informationen zu geben, da bereits ein gerichtliches Ermittlungsverfahren lief.  Weiter betonte Jambon, seine Erinnerung an das Treffen sei lückenhaft, da es einen Tag nach einem Terroranschlag in Lüttich stattfand.

„Schreckliche Bilder“

Die belgischen Medien waren begierig zu erfahren, was genau der ehemalige Innenminister über die Polizeiaktion am Flughafen Charleroi wusste, nachdem sein Nachfolger Pieter De Crem (flämischer Christdemokrat) dem Parlament mitgeteilt hatte, Jambonsei sehr wohl über die tödlich verlaufene Polizeiaktion mit Jozef Chovanec informiert gewesen.

MP Jambon stellte in Brasschaat klar, dass das, was er als die "schrecklichen Bilder" des Polizeieinsatzes bezeichnete, erst diesen Sommer ans Licht kam.  Die Bilder zeigen einen Polizeibeamten, der auf Herrn Chovanec sitzt, während eine andere Beamtin den Nazi-Gruß abgab.

Eine Rekonstruktion der Ereignisse durch sein Büro zeigt, dass sich zwei Beamte am 2. Mai 2018 mit Botschafter Vallo trafen, als sich Herr Jambon im Ausland aufhielt.  Ein zweites Treffen fand am 30. Mai in Anwesenheit von Jan Jambon statt, als der aus dem Ausland zurückgekehrt war.  Jambon traf sich demnach mit dem Botschafter zu einem "kurzen Folgetreffen". Er kann sich an dieses Treffen aber nicht mehr erinnern.

Erste Behauptung stellte sich als falsch heraus

Botschafter Vallo hat bereits gesagt, dass er damals keine weiteren Informationen erhalten habe.  Jambon betont, dass er keine weiteren Informationen liefern konnte, da die Angelegenheit gerichtlich untersucht wurde.

 "Ich bedaure, dass ich mich so wenig an diesen zwei Jahre zurückliegenden Fall erinnere, der mich zu Behauptungen veranlasste, die sich nach einer Rekonstruktion als falsch erwiesen.

Herr Jambon fügte hinzu, er habe nie die Absicht gehabt, die Wahrheit zu manipulieren.  Er räumt auch ein, dass das Fernsehinterview, das er dem Privatfernsehen VTM News gab und in dem er jegliche Kenntnis des Falles bestritt, ein Fehler war. 

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