Radsportnews: Ermittlungen gegen Evenepoel, Merlier gewinnt Brussels Classics

Gegen den belgischen Radprofi Remco Evenepoel (Foto) wird ermittelt. Nach dessen Horrorcrash bei der Lombardei-Rundfahrt nahm ein Betreuer seiner Mannschaft Deceuninck-Quick Step einen Gegenstand aus dessen Trikottasche und dass kommt der Anti-Doping-Agentur seltsam vor. Der Belgier Tim Merlier (Alpecin-Fenix) hat am Sonntag die Brussels Cycling Classics gewonnen. Der belgische Landesmeister war der schnellste in diesem verregneten Rennen rund um die Landeshauptstadt.

Als der belgische Spitzenfahrer Remco Evenepoel bei der Lombardei-Rundfahrt die berüchtigte Abfahrt von der Muro di Sormano hinunterraste, schrammte er bei der Überquerung einer Brücke einen ungesicherten Mauervorsprung und stürzte mehrere Meter tief einen Abhang hinunter. Der erst 20 Jahre alte Radprofi lag schwerverletzt am Boden und wurde von einem Betreuer seines Teams und von Nothelfern versorgt und geborgen.

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Diese Szene wurde gefilmt und auf den entsprechenden Video ist zu sehen, wie Deceuninck-Sportdirektor Davide Bramati Evenepoel einen Gegenstand aus dessen Trikottasche zieht und diesen in seiner eigenen Hosentasche steckt. Auf Basis dieses Video nimmt die Anti-Doping-Einheit des Radsports, die Cycling Anti-Doping Foundation (CADF), Ermittlungen auf. Man wolle wissen, was es damit auf sich hat, hieß es dazu beim Radsportverband UCI.

"Sprinter-Ration"?

Doch in Belgien sorgen diese Ermittlungen für Kopfschütteln. Beobachter und Fachleute aus der Szene sagen - u.a. bei der täglichen VRT-Tour-Nachlese „Vive le Vélo“, dass es sich dabei um die sogenannte „Sprinter-Ration“ handelt. Das sei meist ein kleines Fläschchen mit einer koffeinhaltigen Flüssigkeit, die viele Rennfahrer im Finale eines Rennens bei sich haben. Und dieses Fläschchen sei wohl hinderlich gewesen, als Evenepoel auf die Bahre gelegt wurde, um ihn darauf zum Krankenwagen zu bringen.

Evenepoel selber kann es nach eigenen Aussagen nicht fassen, dass CADF und UCI gegen ihn ermitteln. Der junge belgische Radprofi hat übrigens viel Glück gehabt und ist mit einem Beckenbruch und einer Lungenquetschung davon gekommen. Laut Deceuninck-Quick Step soll er noch in diesem Jahr wieder im Sattel sitzen können.

Tim Merlier gewinnt Brussels Cycling Classic

Der Belgier Tim Merlier (Alpecin-Fenix - Foto unten) hat am Sonntag die Brussels Cycling Classics gewonnen. Der belgische Landesmeister war der schnellste in diesem verregneten Rennen rund um die Landeshauptstadt.

Merlier gewann den Massensprint in Brüssel am König Baudouin-Stadion mit einer sicheren Fahrt, doch seine beiden Mitspringer Davide Ballerini (Deceuninck-Quick Step) und Nacer Bouhanni (Arkéa-Samsic) stürzten noch im Ziel und rutschten in eine Absperrung hinein.

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Bouhanni konnte auf der nassen und rutschigen Straße im kurvigen Ziel sein Rad nicht mehr halten und eine Bodensenkung ließ ihn abschmieren. Dabei riss er Ballerini mit. Beide kamen aber mit dem Schrecken und einigen Schürfwunden davon.

Das Brussels Cycling Classic war von seltsamen Ereignissen geprägt. Zuerst versuchte ein privater Radfahrer mit den Spitzenfahrern mitzuhalten und verursachte fast einen Zusammenstoß mit dem Peloton und danach übersah der Südafrikaner Willem Jakobus Smit (Burgos BH) einen Tempobrecher und überschlug sich regelrecht. Auch er kam dabei mit dem Schrecken davon… 

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