Frank Abbeloos

Vor dem Schulbeginn: Verkehrsverbände warnen vor Unfällen mit Kindern auf dem Schulweg

Ein Tag vor Schulbeginn in Belgien warnt das Belgische Institut für Verkehrssicherheit (VIAS) vor steigenden Unfallzahlen bei Kindern. In den vergangenen Schuljahren wurden jeden Tag etwa 14 Kinder bei einem Verkehrsunfall auf dem Schulweg verletzt. Das sind rund 2.500 verletzte Schulkinder pro Jahr. In wie fern sich die Coronakrise auf den Schulweg und die Sicherheit auswirken wird, bleibt abzuwarten, doch ein Verkehrschaos vor den Schultoren kann in einer ersten Phase durchaus entstehen.

Vias hatte entsprechende Unfalldaten aus den Jahren 2015 bis 2019 ausgewertet. Besonders gefährdet sind Kinder im Alter von 11 und 12 Jahren. In diesem Alter, so das Institut, fahren viele Kinder zum ersten Mal alleine mit dem Fahrrad zur Schule und sowieso begeben sich dann viele Kinder alleine und selbständig in die Schule.

Auch bei den über 16-Jährigen stellte Vias in den letzten Jahren einen Anstieg von Unfällen mit Verletzungen fest. Ab dann können Jugentliche in Belgien den Führerschein für ein Moped machen und nutzen diese Fahrzeuge nicht selten für den Schulweg.

Vias weist aber darauf hin, dass die Zahlen von vor dem Corona-Lockdown stammen und dass es fast unmöglich ist, schon jetzt vorauszusagen, welchen Einfluss die Gesundheitskrise auf den Schulweg und auf die Unfallzahlen mit Schulkindern haben wird.

Chaos vor den Schultoren?

In diesem Zusammenhang gehen die Verkehrs- und Schulbehörden davon aus, dass viele Eltern ihre Kinder aus Angst sowohl vor Corona, als auch vor Unfällen, vermehrt mit dem eigenen Wagen zur Schule bringen und auch von dort wieder abholen werden.

Es wird befürchtet, dass zudem eine hohe Zahl von Schulkindern aus Covid-19-Gründen darauf verzichten wird, nicht mit dem (Schul)Bus oder mit anderen öffentlichen Verkehrsmitteln zur zu pendeln. Dies kann zu Chaos vor den Schultoren führen, so wird befürchtet.

Auch aus diesem Grunde plädiert der Fahrradfahrerbund im belgischen Bundesland Flandern dafür, die Radwege im Land zu verbessern und diese gerade auch für Kinder auf dem Schulweg deutlich sicherer zu gestalten, damit das Fahrrad eine Alternative zu Bussen, Bahnen und dem elterlichen Auto darstellen kann. 

Meist gelesen auf VRT Nachrichten